Gute Suchmaschinen, schlechte Suchmaschinen? Eine vergleichende Inhaltsanalyse der Vielfalt und Relevanz von Suchergebnissen

Suchmaschinen nehmen eine Schlüsselstellung im Internet ein: Als Informationsintermediär regeln sie zunehmend den Zugang zu Internet-Inhalten. Ihre machtvolle Position wird zusätzlich durch das Vertrauen der Nutzer in den Auswahlprozess gestärkt. Somit besteht die Gefahr, dass die Informationsnutzung der Rezipienten weniger von deren aktiver Auswahl als von dem Auswahlprozess der Suchmaschine abhängt. Eine potenzielle Gefahr geht diesbezüglich vor allem von Google aus, das mit einem Marktanteil von über 90 Prozent aller Suchanfragen in Deutschland fast eine Monopolstellung innehat.

Neben klassischen Service-Informationen (z. B. Öffnungszeiten oder Hilfe bei Alltagsproblemen) werden Suchmaschinen verstärkt zur Nachrichtenrezeption genutzt, vor allem von der jüngeren Altersgruppe. Studien zeigen, dass insbesondere aktuell in den Massenmedien diskutierte Themen auch oft über Suchmaschinen abgefragt werden. Insofern erbringen Suchmaschinen mittlerweile eine dem Journalismus vergleichbare Leistung. Die Forderung, an Suchmaschinen demzufolge ähnliche normative Anforderungen zu stellen wie an Massenmedien, findet nach und nach auch Eingang in medienpolitische Überlegungen: So betont die 2015 eingerichtete Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz die Rolle von Suchmaschinen für die Meinungsvielfalt und erklärt deren Regulierung zu einem ihrer Schwerpunktthemen.

Das Projekt untersucht mittels einer Inhaltsanalyse, wie gut die Trefferlisten von fünf Suchmaschinen (Google, Bing, Ask, Ixquick und DuckDuckGo) zwei normativen Kriterien entsprechen, die in Untersuchungen zur publizistischen Qualität als besonders zentral für eine wohlinformierte Meinungsbildung der Bürger betrachtet werden: Vielfalt (Informations- und Meinungsvielfalt) und gesellschaftliche Relevanz. Auf Basis von Trefferlisten zu zehn aktuellen, kontroversen politischen Themen wird geprüft, inwiefern die Suchmaschinen die Voraussetzungen dafür bieten, den Nutzer in seiner Rolle als Bürger zu bestärken.

ProjektmitarbeiterInnen:
Miriam Steiner M.A.

Dr. Melanie Magin
Prof. Dr. Birgit Stark

Finanzierung:
Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz