Die diesjährige Tagung der DGPuK-Fachgruppe Rezeptions- und Wirkungsforschung in Hohenheim stellte die „Meinungsbildung in der Netzöffentlichkeit“ in den Mittelpunkt. Das Team Medienkonvergenz war hierbei mit zwei Vorträgen im Programm vertreten.
Der erste Vortrag von Stefan Geiß (Trondheim), Pascal Jürgens, Melanie Magin (Trondheim) und Birgit Stark thematisierte am Beispiel der Flüchtlingskrise den Einfluss auf die Artikulationsbereitschaft durch algorithmische Selektion auf der einen und durch das (homogene) soziale Umfeld auf der anderen Seite. Anhand von repräsentativen Befragungsdaten zeigte Birgit Stark, dass das soziale Umfeld der Rezipienten entscheidend ist – mit unterschiedlichen Folgen für Anhänger des linken bzw. rechten Spektrums. Anzeichen für Effekte algorithmischer Personalisierung fanden sich dagegen nicht.
Im zweiten Vortrag von Miriam Steiner, Melanie Magin, Birgit Stark und Pascal Jürgens ging es um das Potential Facebooks für die zufällige Nachrichtennutzung. Zwei qualitative Studien (Online-Gruppendiskussion und Eyetracking mit anschließendem Interview) liefern Hinweise für eine vergleichsweise geringe Bedeutung des sozialen Netzwerks. Zum einen scheinen andere Medien eine ähnlich große oder noch größere Bedeutung für die zufällige Nachrichtennutzung zu haben, z. B. das klassische Radio oder auch Nachrichten-Apps. Zum anderen wird der Newsfeed meist sehr oberflächlich „abgescannt“ und nur sehr wenige Beiträge werden näher betrachtet.