Gegenwärtige Regulierungen adressieren die Meinungsmacht von und die Informations- und Diskursqualität auf Social-Media-Plattformen allenfalls mittelbar. Im Fokus des diesjährigen Workshops des Netzwerks Medienstrukturen an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz standen daher Ausgangsbedingungen sowie Chancen und Grenzen einer „epistemischen Governance“, die die mediale Grundversorgung der Bevölkerung mit gesellschaftlich relevanten, wahrhaftigen Inhalten gewährleisten soll.

Mit zahlreichen Einreichungen und einer regen Beteiligung brachte der Workshop Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen zusammen, um über Plattformmacht, bestehende Regulierungen und gemeinwohlorientierte digitale Öffentlichkeiten zu diskutieren. Den Auftakt bildeten zwei Keynotes, von Christina Elmer (TU Dortmund) zu einer KI-vermittelten Öffentlichkeit und von Robert Amlung (ZDF) zur Digitalstrategie des ZDF und dem ‚Public Service Incubator‘.

In den darauffolgenden vier Panels und einem World-Café diskutierten die Teilnehmer:innen über die medialen Abhängigkeiten von Plattformen, Inhaltemoderation, vernachlässigte Datenschutzlücken und die institutionelle Krise des demokratischen politischen Systems, aber auch über gemeinwohlorientierte Modelle, öffentlich-rechtliche Innovationspfade und konkrete gesellschaftliche Initiativen. Auch Herausforderungen wissenschaftlicher Plattformforschung, insbesondere der Zugang zu Plattformdaten, standen im Fokus. Das World-Café bot Raum, Ideen zu gemeinwohlorientierten Plattformen zu schärfen – etwa mit Blick auf ethische Anforderungen, Features und Funktionen. Das vollständige Programm ist hier einsehbar: Tagungsprogramm.

Die Tagung zeigte eindrucksvoll, wie relevant und praxisnah die Debatte um digitale Diskursräume ist – zumal es zurzeit den politischen Willen gibt, Alternativen zu den mächtigen kommerziellen Angeboten zu fördern.