Aktuelles

Ankündigung: Keynote über den Einfluss sozialer Netzwerke auf die Meinungsbildung (DigiDem 2017)

31.08.2017

Ist Facebook das „A und O für unsere politische Meinungsbildung“? Diese Frage wird Birgit Stark im Rahmen ihrer Keynote über die Wirkungspotenziale sozialer Netzwerke für die politische Meinungsbildung beim "Dresdner Symposium Digitale Revolution in der Demokratie" (DigiDem2017, 29. bis 30. September) näher beleuchten.


„Ganz meine Meinung?“ – Neue Studie untersucht die Bedeutung der Informationsintermediäre für die Meinungsbildung am Beispiel von Facebook

17.08.2017

Informationsintermediäre wie Facebook und Google sind längst zu einer wichtigen Nachrichtenquelle geworden. Anders als bei klassischen Nachrichtenquellen bestimmen hierbei jedoch nicht Journalisten, sondern Algorithmen mithilfe verschiedener Filter-, Sortier- und Personalisierungslogiken darüber, welche Inhalte für welche Nutzer sichtbar sind.
Doch wie wirkt sich die Steuerung durch Algorithmen konkret auf gesellschaftliche Meinungsbildungsprozesse aus? Und wie real ist die vielfach diskutierte Gefahr, dass sich Nutzer zunehmend in Filterblasen und Echokammern isolieren?

Antworten auf diese gesellschaftlich und medienpolitisch drängenden Fragen, die bis jetzt jedoch nur unzureichend erforscht sind, liefert eine neu erschienene Studie von Birgit Stark, Melanie Magin und Pascal Jürgens – durchgeführt im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Mit einer Mehrmethodenstudie – Nutzerbefragung, Datentracking sowie Online-Gruppendiskussionen – wurde ermittelt, ob und wie wirkungsvoll Facebook die Themenwahrnehmung und die Meinungsvermittlung bei politischen Themen beeinflusst.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Gefahr der Filterblase überschätzt wird. Die Autoren weisen jedoch einen signifikanten Effekt Facebooks auf das wahrgenommene Meinungsklima nach. Somit kann es zu einer Gefahr für die Meinungsbildung kommen, wenn gesellschaftliche Randgruppen – unterstützt durch Social Bots oder Fake News – Diskussionen manipulieren, indem sie beispielsweise bestimmte Themen pushen oder gezielt durch Kommentare emotional polarisieren. Die Studie belegt zudem weitere Einflussfaktoren auf die Meinungsbildung, darunter Persönlichkeitseigenschaften wie die Persönlichkeitsstärke oder das eigene politische Interesse und nicht-mediale Informationsquellen wie das persönliche Gespräch.

Die Studie kann kostenlos hier bestellt oder heruntergeladen werden.


Erste Erkenntnisse aus aktueller Studie: Birgit Stark berichtet über den "Einfluss von Informationsintermediären auf die Meinungsbildung"

30.06.2017

In ganz unterschiedlichen Kontexten hat Birgit Stark in den vergangenen Wochen erste Ergebnisse aus der aktuellen Studie „Der Einfluss von Informationsintermediären auf die Meinungsbildung“ präsentiert:

Die „Meinungsbildung im Internet“ stand im Mittelpunkt eines "Symposiums des Instituts für Europäisches Medienrecht", bei dem Birgit Stark über „Automatisierte Meinungsblasen“ referierte.

Auf der "re:publica" wurde die Frage diskutiert, ob Wahlen im Netz entschieden werden können (s. Foto).

Hier diskutierte Birgit Stark mit "Julius van de Laar" (Kampagnen- und Strategieberater), "Robert Heinrich" (Wahlkampfmanager in der Bundesgeschäftsstelle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und "Tobias Nehren" (Leiter Newsroom SPD-Parteivorstand, Online-Kampagne).

Auch das "Symposium des Deutschen Medienrats" thematisierte die Medienfreiheit im Internet und behandelte in diesem Kontext auch die Gefahren für freie und demokratische Meinungsbildung vor dem Hintergrund der sich wandelnden Medienlandschaft. Mit auf dem Podium diskutierten u. a. Hans Demmel (Vorstandsvorsitzender VPRT / Geschäftsführer n-tv), Gudrun Riedl (Beirat „Factfox“ / stellvertretende Redaktionsleitung BR24) und Heidi Schmidt (ARD Onlinekoordinatorin und Leitung ARD.de).

Foto/©: MCB / Uwe Völkner


"Attention, please!" – Neuer Zeitschriftenaufsatz zur Boulevardisierung der Wahlkampfberichterstattung erschienen

06.06.2017

„Diese unendliche, ausweglose, schleichende Banalisierung und Trivialisierung macht die Hirne kaputt.“ Mit diesen Worten brachte der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog seine Sorge vor einer immer stärkeren Boulevardisierung der politischen Berichterstattung zum Ausdruck. Empirisch untersucht wurde dieser vielfach befürchtete langfristige Trend bisher aber kaum. In einer der ersten ländervergleichenden Langzeitstudien zu diesem Thema, der jetzt in Journalism erschienen ist, zeigt Melanie Magin, dass die Sorgen zumindest teilweise übertrieben sind: In ihrem Artikel mit dem Titel "Attention, please! Structural Influences on Tabloidization of Campaign Coverage in German and Austrian Elite Newspapers (1949-2009)" kommt sie zu dem Ergebnis, dass die Boulevardisierung der Wahlkampfberichterstattung in deutschen und österreichischen Elitezeitungen binnen 60 Jahren nur leicht zugenommen hat und sich auch am Ende des Untersuchungszeitraums auf einem sehr geringen Niveau bewegt.


Herzlichen Glückwunsch zur Promotion, Philipp Weichselbaum!

28.05.2017

Philipp Weichselbaum, ehemaliger Mitarbeiter am Lehrstuhl für Medienkonvergenz, hat am 19. Mai 2017 mit der mündlichen Doktorprüfung erfolgreich seine Promotion abgeschlossen. Der Titel seiner Arbeit lautet „Öffentlicher Druck – Theoretische Grundlegung und empirische Analyse am Beispiel von Rücktritten deutscher Bundesminister (1960-2013)“.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeptualisierung der Theorie des öffentlichen Drucks aus publizistikwissenschaftlicher Sicht und deren inhaltsanalytischer Überprüfung anhand von 16 Rücktritten von Bundesministern in der Zeit von 1960 bis 2013 – von Oberländer und Krüger bis zu Guttenberg und Schavan. Konkret geht es um die Frage, ob und wie öffentlicher Druck einen Minister zum Rücktritt zwingen kann. Dabei werden die spezifischen Dynamiken und Berichterstattungsmuster jedes einzelnen Rücktrittsfalls geprüft und in einem Längsschittvergleich verdichtet. Das anspruchsvolle Untersuchungsdesign bietet neue, spannende Perspektiven auf das Wechselverhältnis zwischen Politik und Medien – auch im Kontext der Mediatisierungsthese.

Wir gratulieren Philipp Weichselbaum herzlich zu seiner hervorragenden Leistung!


Vorlesungsreihe "Medienkonvergenz – Meet the Media Executives mit vielen Gastvorträgen aus der Praxis

17.05.2017

mk_vorlesungSS17_A5.inddDie Vorlesungsreihe „Medienkonkonvergenz – Meet the Media Executives“ unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Stark und Prof. Dr. Bjørn von Rimscha bietet auch in diesem Jahr wieder spannende Einblicke in die Medienpraxis: Führungskräfte aus Medienunternehmen und auch aus der Politik stellen digitale Geschäftsfelder, Strategien und Veränderungsprozesse vor.

Zu hören sein werden unter anderem Julia Bönisch (sz.de), Daniel Stich (SPD Rheinland-Pfalz) und Matthias Krömer (Vodafone).

Die Vorlesungen finden mittwochs von 12-14 Uhr im Raum N2 in der Muschel (Johann-Joachim-Becher-Weg 23, 55128 Mainz) statt.

Interessierte sind herzlich willkommen!


Birgit Stark spricht über die "vierte Generation TV"

10.05.2017

Bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig diskutierte Birgit Stark mit verschiedenen Branchenvertretern über die Umwälzungen auf dem deutschen Fernsehmarkt.

Die Expertenrunde beleuchtete u.a. auch die Ökonomie und Regulierung der vierten Generation TV.

Mit auf dem Podium diskutierten u. a. Jochen Fasco (Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt) sowie Arnold Picot (Leiter der Forschungsstelle für Information, Organisation und Management, LMU München).

Foto/©: Arbeitsgemeinschaft Medientage Mitteldeutschland e.V.


Publikumsfragmentierung durch Informationsintermediäre: Neues DFG-Projekt startet

22.03.2017

Lange schon wird die Bedrohung einer Publikumsfragmentierung als Folge eines zunehmend ausdifferenzierten Medienangebots diskutiert. Im Internetzeitalter hat sich die Debatte aufgrund der Angebotsexplosion und der inhaltlich wie technisch veränderten Aufbereitung und Vermittlung weiter zugespitzt. Aus Nutzersicht bieten Online-Angebote weitaus mehr Möglichkeiten der selektiven und damit auch stärker interessengeleiteten Nachrichtennutzung. In demokratietheoretischer Hinsicht werden die Folgen einer individualisierten Nutzung überwiegend negativ interpretiert: Aufgrund der Fragmentierung des Publikums, so die Annahme, steige die Desintegrationsgefahr. Neben der bewussten Selektion durch die Mediennutzer spielt mittlerweile auch die unbemerkte, technisch gesteuerte Vorauswahl eine wichtige und bislang größtenteils unerforschte Rolle. Informationsintermediäre wie Suchmaschinen, Nachrichtenaggregatoren und soziale Netzwerke schalten sich als Vermittler zwischen Angebot und Nutzer und lenken letztere unbewusst in ihrer Nachrichtenauswahl. Denn sie sammeln, strukturieren, gewichten bzw. aggregieren und steuern dadurch den Grad der Auffindbarkeit von Themen. Für die Nutzer willkommene Orientierungs- und Navigationshilfe, bergen sie neue Wirkungspotenziale, die durch algorithmenbasierte Gewichtungslogiken wie etwa die Personalisierung von Suchergebnissen zustande kommen. Obwohl die aktuelle Debatte um die gesellschaftliche Rolle von Intermediären fast ausschließlich kritisch geführt wird, fehlen klare Belege sowohl für negative als auch positive Auswirkungen.

Inwieweit die automatisierten Selektionsmechanismen Fragmentierungstendenzen verstärken oder abmildern, ist also offen. Diese Forschungslücke schließt das DFG-Projekt unter Leitung von Birgit Stark und unter Mitarbeit von Pascal Jürgens. Ziel der Studie ist es, den Einfluss der Gewichtungslogiken der Intermediäre einzeln und im Zusammenspiel auf den Fragmentierungsgrad des Publikums zu ermitteln. Der theoretische Beitrag liegt in einer netzwerktheoretischen Modellierung der individuellen Nachrichtenauswahl auf mehreren Analyseebenen, die den Einfluss der Intermediäre sichtbar macht. Den empirischen Kern des Projekts bildet eine innovative Methodenkombination: Mittels einer Inhaltsanalyse wird das publizistische Themenspektrum der wichtigsten deutschen Online-Nachrichtenangebote erhoben, und anhand von repräsentativen Tracking-Daten wird untersucht, inwieweit die Nutzer tatsächlich mit diesen Themen konfrontiert werden. Durch diese Methodenkombination liefert die Studie erstmals ein Bild der Angebots- und Nutzungsvielfalt bzw. -fragmentierung und kann eine realistische Einschätzung der vielfach diskutierten Filter Bubble vornehmen. Damit trägt es dazu bei, die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen algorithmenbasierter Informationsnutzung über Suchmaschinen oder soziale Netzwerke zu vermessen.


„Gefangen in der Echokammer?“ Birgit Stark präsentiert Projektergebnisse in Berlin

01.03.2017

Längst sind Informationsintermediäre wie Facebook und Google zu wichtigen Informationsquellen geworden und nehmen dadurch auch Einfluss auf politische Meinungsbildungsprozesse - unter anderem dadurch, dass ihre Algorithmen Informationen filtern, bewerten und personalisieren. Wie lassen sich damit verbundene Risiken hinreichend differenzieren? Wie verändert sich die Orientierungs- und Vermittlungsfunktion journalistischer Angebote? Welche Verantwortung haben die Anbieter von Intermediären? Und schließlich: Wie sollten soziale Netzwerke – auf nationaler, aber auch europäischer Ebene – angemessen reguliert werden?

Diesen Fragen widmet sich eine Veranstaltung der medienanstalten und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) am 8. März 2017 in Berlin unter dem Titel „Ganz meine Meinung? Politische Meinungsbildung in sozialen Netzwerken“. Als Expertin wird Birgit Stark dort zum Thema „Gefangen in der Echokammer? Politische Meinungsbildung auf Facebook“ referieren. Sie stellt dazu Ergebnisse aus dem aktuellen Projekt „Informationsintermediäre und ihr Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse“ am Lehr- und Forschungsbereich Medienkonvergenz vor.

Hier geht es zum Veranstaltungsprogramm.


"Campaigning in the Fourth Age of Political Communication" – neuer Zeitschriftenaufsatz erschienen

14.12.2016

Wie gestalten politische Parteien ihre Wahlkampagnen auf Facebook? Und welche Kampagnen-Idealtypen lassen sich dabei identifizieren? Diesen Fragen gehen Melanie Magin, Nicole Podschuweit, Jörg Haßler und Uta Rußmann in ihrem Aufsatz "Campaigning in the Fourth Age of Political Communication. A Multi-Method Study on the Use of Facebook by German and Austrian Parties in the 2013 National Election Campaigns" nach, der jetzt in Information, Communication & Society erschienen ist. Experteninterviews mit elf deutschen und österreichischen Parteien und eine Inhaltsanalyse von deren Facebook-Seiten zeigen, dass die neuen Möglichkeiten, die Facebook für Kampagnen bietet, von den meisten Parteien bisher noch kaum genutzt werden, was unter anderem durch die nationalen Rahmenbedingungen erklärbar ist.


Melanie Magin zum Vice Chair der Political Communication Section der ECREA gewählt

21.11.2016

Auf der 6. European Communication Conference vom 9.-12. November 2016 in Prag wurde Melanie Magin zum Vice Chair der Political Communication Section der ECREA (European Communication Research and Education Association) gewählt. Sie wird die Section in den kommencen zwei Jahren gemeinsam mit Andreas Schuck (Amsterdam; Chair) und Václav Štětka (Prag, Loughborough; Vice Chair) leiten. Die ECREA ist die größte europäische Fachgesellschaft in der Kommunikationswissenschaft. Ihre Political Communication Section hat über 600 Mitglieder.


Macht Facebook glücklich oder unglücklich? Befunde einer aktuellen Schülerbefragung in Rheinland-Pfalz

04.11.2016

mk_mmf_logo_rgb_transpDer Griff zum Smartphone bestimmt zunehmend unser gesellschaftliches und soziales Leben. Dies gilt insbesondere für die heutige Generation Kinder und Jugendlicher, die in einer hoch digitalisierten Welt aufwächst. Wieweit dies zum Nutzen oder Schaden für die Entwicklung der Generation der sog. »Digital Natives« ist, wird sehr kontrovers und emotional diskutiert.

Auf Grund der rasanten Entwicklung und Verbreitung der Digitalisierung ist unser Wissen um die konkreten Auswirkungen der Vernetztheit für die Entwicklung Jugendlicher begrenzt. Eltern, Erzieher und viele Jugendliche selbst fragen sich, wie ein entwicklungsförderlicher Umgang mit den modernen Medien gestaltet und negativen Auswirkungen vorgebeugt werden kann. Untersuchungen zu diesem Thema beschränken sich meist darauf, lediglich den Ist-Zustand der Mediennutzung abzubilden. In einer interdisziplinären Studie im Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz befragen wir erstmals ca. 1.800 Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz im Längsschnitt zu ihren Mediennutzungsgewohnheiten.

Die neuen Ergebnisse sollen dazu beitragen, wesentliche Wissenslücken zu schließen und die emotional geführte Debatte um die Perspektiven der Digital Natives zu versachlichen: Welche Kompetenzen entwickeln Jugendliche durch die Nutzung unterschiedlicher Internetangebote? Wie gehen Jugendliche mit der Herausforderung um, ständig online erreichbar und eingebunden zu sein? Wie wirken sich exzessive oder suchtartige Nutzungsmuster auf die Entwicklung Jugendlicher aus? Diese und weitere Fragen wollen wir am 24. November 2016 um 18 Uhr im Festsaal der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz diskutieren.

Veranstalter: Prof. Dr. Birgit Stark & Prof. Dr. Thorsten Faas

Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier.


Einladung zu Gastvorträgen zum Thema Medienpolitik

26.10.2016

Zu den zentralen Zielen der Medienpolitik zählt es, einen Rahmen für die Medien zu schaffen, in dem sie ihre gesellschaftlichen Funktionen erfüllen können. Im digitalen Zeitalter wird das jedoch zunehmend schwieriger, weil viele klassische Regulierungsinstrumente nicht mehr greifen. Dieses Spannungsfeld thematisiert die Lehrveranstaltung Medienpolitik von Melanie Magin und Birgit Stark. Zahlreiche GasteferentInnen aus Politik, Medien und Wissenschaft geben dabei Einblicke in verschiedene medienpolitische Bereiche. Die Veranstaltung findet immer mittwochs von 12 bis 14 Uhr im Hörsaal N1 (Muschel). Interessierte sind zu den Gastvorträgen herzlich willkommen:

16.11.2016
Medienpolitik: Aus der parlamentarischen Praxis und aktuelle Herausforderungen im digitalen Zeitalter
Tabea Rößner, MdB - Mainzer Bundestagsabgeordnete und medienpolitische
Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

30.11.2016
Journalism and Censorship – an Experience Report from Azerbaijan
Arzu Geybulla, freelance journalist, blogger and activist

07.12.2016
Die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Prof. Dr. Dieter Dörr, JGU Mainz

14.12.2016
Der deutsche Presserat – ein zahnloser Tiger?
Prof. Dr. Volker Wolff, JGU Mainz

21.12.2016
Medienpolitik in der Sowjetunion und Russland – von Gorbatschow bis Putin
Dr. Ignaz Lozo, ZDF

11.01.2017
Aktuelle medienpolitische und unternehmensstrategische Themen aus Sicht des ZDF
Dr. Lutz Köhler, MBR, ZDF

18.01.2017
Datenschutz und neue Medien
Prof. Dr. Matthias Bäcker, JGU Mainz

25.01.2017
Information in der offenen Gesellschaft – Treibstoff oder Sprengstoff?
Prof. Dr. Dieter Kugelmann, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz


"Werte und Normen als Sollensvorstellungen in der Kommunikationswissenschaft" – neuer Zeitschriftenaufsatz erschienen

05.10.2016

Unterschiedlichste Werte und Normen leiten die Forschung in der Kommunikationswissenschaft und zählen zu ihren zentralen Untersuchungsgegenständen. Davon zeugt auch die kommunikationswissenschaftliche Literatur, in der z.B. von journalistischer Objektivität, Partizipation oder Medienkompetenz die Rede ist. Doch wie lassen sich solche Werte und Normen darin systematisch identifizieren?

In ihrem Aufsatz "Werte und Normen als Sollensvorstellungen in der Kommunikationswissenschaft. Ein Operationalisierungsvorschlag", der nun in der Publizistik erschienen ist, stellen Arne Freya Zillich (Jena), Claudia Riesmeyer (München), Melanie Magin (Mainz), Kathrin Friederike Müller (Münster), Senta Pfaff-Rüdiger (München), Liane Rothenberger (Ilmenau) und Annika Sehl (Oxford) hierfür ein systematisches Analyseraster vor. Werte und Normen werden darin als Sollensvorstellungen operationalisiert, die entweder eine Situationsanalyse vornehmen und bewerten oder einen erstrebenswerten Zustand benennen. Das Analyseraster basiert auf der Arbeit des DFG-Netzwerks „Werte und Normen als Forschungsgegenstände und Leitbilder in der Kommunikationswissenschaft“.


Neues Forschungsprojekt: Informationsintermediäre und ihr Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse

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19.08.2016

Kooperation der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie, denn sie liefern Informationen und stellen verschiedene Standpunkte zu politischen Themen dar. Auf dieser Grundlage sollen sich die Bürger eine eigene, fundierte Meinung bilden und am demokratischen Willensbildungsprozess teilhaben können. Diese Vermittlungsleistung obliegt im digitalen Zeitalter nicht mehr ausschließlich den klassischen Medien, sondern auch Informationsintermediären wie Google und Facebook, deren Plattformen die Aufmerksamkeit der Bürger lenken. Ihre Bedeutung für die Meinungsbildung wird bislang überwiegend im Kontext der viel zitierten Filter Bubble diskutiert und ist empirisch aber noch kaum untersucht: Offen ist vor allem, ob und wie algorithmenbasierte Personalisierungslogiken zu einer verzerrten Vermittlung und Wahrnehmung von gesellschaftlich relevanten Themen führen.

Das Kooperationsprojekt will den Einfluss ermitteln, den Informationsintermediäre – insbesondere Facebook – auf Meinungsbildungsprozesse und Meinungsvielfalt nehmen. Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie stark Facebook die Themenwahrnehmung, Meinungsvermittlung und Meinungsbildung bei politischen Themen beeinflusst. Als mögliche Ursachen werden neben dem Informationsverhalten auch die Wahrnehmung des Meinungsklimas und die Bereitschaft erfasst, sich an politischen Diskussionen zu beteiligen.

Um die komplexen Wirkungszusammenhänge adäquat zu erfassen, arbeitet die Studie mit einem Mehr-Methoden-Design: eine Kombination aus quantitativen und qualitativen Erhebungen in Form einer Online-Tagebuchstudie, eines Tracking-Analysetools und einer Online-Community.
Die Ergebnisse der Studie liefern auch Erkenntnisse, wo medienpolitische Regulierungsmaßnahmen ansetzen könnten. Damit bereichern sie die aktuell sehr intensiv geführte Debatte über den Einfluss von Algorithmen auf die Gesellschaft und die medienethische Verantwortung der großen Internet-Konzerne.
Erste Ergebnisse werden Ende des Jahres vorliegen. Dem Forscherteam um Prof. Dr. Birgit Stark gehören Pascal Jürgens M.A. und Dr. Melanie Magin an.


Pascal Jürgens bei der Medienversammlung 2016 der LfM

07.07.2016

zum Thema "Von Meinungsmachern und Meinungsmacht im Internet" hielt Pascal Jürgens am 28. Juni 2016 einen Vortrag mit dem Titel "Die sanfte Verlockung der Einfachheit – Wie Suchmaschinen unser Weltbild prägen". Auf der Veranstaltung waren Experten, Medienpraktiker, Politiker und Bürger eingeladen, über den gesellschaftlichen Einfluss von Algorithmen und digitale Ethik zu diskutieren.

Suchmaschinen sind nicht nur essentielle Werkzeuge für die Informationssuche, sondern auch eines der wichtigsten Beispiele für den Einfluss von Algorithmen auf die Meinungsbildung. Das in der Forschung ausführlich behandelte Thema des Search Engine Bias gewinnt durch technische Weiterentwicklungen wie die Personalisierung und durch politische und rechtliche Trends (wie die zunehmende Einflussnahme auf Suchmaschinen durch Regierungen und Gerichtsurteile) zunehmend an Relevanz. Der Vortrag zeigte, dass die von Nutzern erwartete Neutralität von Suchmaschinen aufgrund von internen und externen Einflüssen nicht gewährleistet werden kann. Vielmehr steht die Gesellschaft vor der Herausforderung, transparente und rechtsstaatliche Prozesse zu gestalten, um nationale normative Maßstäbe für die Verantwortlichkeit von Suchmaschinen zu setzen.

Ein Tagungsbericht steht auf der Webseite der LfM zum Download bereit.


Spannende Gastvorträge in der Vorlesungsreihe "Medienkonvergenz: Wissenschaft trifft Praxis!"

10.05.2016

mk_vorlesungSS16_A5.inddAuch in diesem Jahr finden in der Vorlesungsreihe „Medienkonvergenz: Wissenschaft trifft Praxis!“ von
Prof. Dr. Birgit Stark wieder mehrere spannende Gastvorträge statt. Führungskräfte aus Medienunternehmen beleuchten die Gatekeeper-Rolle von Informationsintermediären wie Google, Facebook und YouTube aus unterschiedlichen Perspektiven: Dr. Patrick Proner (Google), Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung), Mirko Drotschmann (Journalist und YouTuber "MrWissen2go") und Stefanie Effner (Coca-Cola Deutschland).

Neue theoretische Modelle und zentrale empirische Befunde aus der interdisziplinären Schnittstellen-Forschung angrenzender Wissenschaftsbereiche (z.B. Medienökonomie, Medienpolitik und Journalismus) werden vorgestellt.

Die Vorlesungen finden mittwochs von 12-14 Uhr im Raum HS 20 (Jakob-Welder-Weg 11, 55128 Mainz) statt. Interessierte sind herzlich willkommen!


Zeitschriftenpreis der DGPuK für "Suchmaschinen auf dem Prüfstand"

02.04.2016

Für ihren Aufsatz „Suchmaschinen auf dem Prüfstand – eine vergleichende Inhaltsanalyse der Qualität von Trefferlisten“ wurden Melanie Magin, Miriam Steiner, Dominique Heinbach, Sarah Bosold, Alice Pieper, Eva-Maria Felka und Birgit Stark mit dem 2. Platz des Zeitschriftenpreises der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 2015 ausgezeichnet. Der Aufsatz ist in der Ausgabe 4/2015 der Zeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft erschienen. Der Preis wurde auf der diesjährigen Jahrestagung der DGPuK in Leipzig verliehen.

Suchmaschinen sind ein zentrales Werkzeug zur Erschließung des Internets. Ausgehend von der damit verbundenen gesellschaftlichen Verantwortung untersuchen die Autorinnen in dem Aufsatz, wie benutzerfreundlich, relevant, vielfältig und aktuell die Trefferlisten von fünf Suchmaschinen sind. Sie zeigen, dass Google hinsichtlich der Gattungsvielfalt zwar etwas hinter der Konkurrenz zurückbleibt, trotzdem aber insgesamt qualitativ hochwertigere Trefferlisten bietet als die Mitbewerber Bing, Ixquick, Lycos und Ask. Besonders bei der Benutzerfreundlichkeit schneidet Google gut ab, was zum Teil erklärt, warum die meisten Nutzer in Deutschland ausschließlich diese Suchmaschine nutzen.

Zeitschriftenpreis

Foto/©: swenreichhold Fotograf


Drei neue Aufsätze des Lehr- und Forschungsbereichs Medienkonvergenz erschienen

17.03.2016

Unter dem Titel „Verantwortung – Gerechtigkeit – Öffentlichkeit. Normative Perspektiven auf Kommunikation“ ist kürzlich der Tagungsband zur Jahrestagung der DGPuK 2015 in Darmstadt erschienen. Der Lehr- und Forschungsbereich Medienkonvergenz ist darin mit drei Beiträgen vertreten:

Werner-Verantwortung-9783867646529.inddAusgehend vom digitalen Wandel und den damit verbundenen krisenhaften Symptomen für etablierte Medien fordern Ralph Weiß, Melanie Magin, Uwe Hasebrink, Olaf Jandura, Josef Seethaler und Birgit Stark eine normativ begründete Standortbestimmung publizistischer Qualität. Sie plädieren für eine komparative Untersuchung publizistischer Qualität, um Aussagen darüber treffen zu können, unter welchen Rahmenbedingungen diese gewährleistet werden kann.

Philipp Weichselbaum beschäftigt sich mit Durchsetzungsformen politikjournalistischer Macht. Er geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen Politikjournalisten über Politiker Macht ausüben und politische Entscheidungen beeinflussen können. Der Argumentation liegt die Machttheorie des Soziologen Heinrich Popitz zugrunde. Der Beitrag schließt mit der These, dass journalistische Machtanwendung eine Freiheitsbegrenzung politischen Handelns ist.

Martin Krieg, Franziska Pröll und Melanie Magin untersuchen die Wertevermittlung durch Medien am Beispiel der Gedenktagsberichterstattung über Stauffenbergs Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944. Im Zehnjahresabstand vergleichen sie die Berichterstattung zu den Gedenktagen des Ereignisses mit Befragungsdaten zu Wissen der Bevölkerung über und Einstellungen zu dem Attentat und kommen zu dem Ergebnis, dass sich Medien- und Bevölkerungsagenda ähnlich entwickeln. Vor allem kurzfristig können die Medien den Wissensstand über das historische Ereignis verbessern.


Auszeichnung für Masterarbeit von Miriam Steiner

14.11.2015

Miriam Steiner wird im Rahmen der Absolventenverabschiedung vom Institut für Publizistik für ihre „herausragende Masterarbeit 2015“ ausgezeichnet. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung Facebooks als Nachrichtenquelle mit der publizistischen QualitIfP_Absolventenfeier2015_54ät und der Boulevardisierung der dort publizierten Nachrichteninhalte. Auf Basis einer quantitativen Inhaltsanalyse der vier reichweitenstärksten TV-Nachrichtenangebote tagesschau (ARD), heute (ZDF), RTL Aktuell und Sat.1 Nachrichten kontrastiert sie sowohl verschiedene Anbieterformen (öffentlich-rechtlich vs. privat) als auch die Verbreitungskanäle (Fernsehen vs. Facebook). Die Ergebnisse bestätigen zum einen die Qualitätsführerschaft der tagesschau im Fernsehen, liefern aber in Bezug auf Facebook auch überraschende Erkenntnisse.

Auf dem Bild zu sehen ist Miriam Steiner zusammen mit dem geschäftsführenden Leiter des Instituts für Publizistik, Prof. Christian Schemer.

Foto/©: Alexander Schulte


Spannende Gastvorträge zum Thema Medienpolitik

03.11.2015

Dieses Semester bieten Melanie Magin und Oliver Quiring eine Veranstaltung zum Thema Medienpolitik an. Zahlreiche GastreferentInnen verdeutlichen die gesellschaftliche und praktische Relevanz des Themas aus diversen medienpolitisch relevanten Bereichen, z.B. Dr. Lutz Köhler (ZDF), Heidi Schmidt (ARD Online/SWR), Dr. Tanjev Schultz (Süddeutsche Zeitung) und Arzu Geybullayeva (Freelance-Journalistin, Bloggerin und Aktivistin aus Aserbaidschan). Die Veranstaltung findet immer dienstags von 12 bis 14 Uhr im Audi Max in der Alten Mensa statt. Interessierte sind herzlich willkommen!

Hier geht es zum Veranstaltungsplan.


Lehr- und Forschungsbereich zu Gast bei den 7. IfkW Mediengesprächen

02.11.2015

Birgit Stark, Melanie Magin und Pascal Jürgens sind einer Einladung zu den 7. IfKW Mediengesprächen in München gefolgt. Zwei Tage lang ging es dort um das Thema „Priorisierung, Personalisierung, Partialisierung? Zum Stand der Forschung um Filter Bubbles und Echo Chambers“. In zwei Vorträgen stellten wir aktuelle Forschungsergebnisse unseres Lehr- und Forschungsbereichs vor:

  • Das Google-Paradox. Personalisierungseffekte bei Suchmaschinen.
  • Die Macht des Default. Der Einfluss der vorgegebenen Themenauswahl auf die Selektivität der Nutzer am Beispiel von Reddit.

Herzlichen Dank an Hans-Bernd Brosius und sein Team für die Einladung und allen TeilnehmerInnen für die spannenden Diskussionen!


Neuer Zeitschriftenaufsatz von Melanie Magin erschienen

10.10.2015IJPP_04_15

Unter dem Titel „Shades of Mediatization. Components of Media Logic in German and Austrian Elite Newspapers (1949–2009)” ist ein neuer Aufsatz von Melanie Magin im International Journal of Press/Politics erschienen. In einer länder- und zeitvergleichenden Inhaltsanalyse untersucht sie die Bedeutung der Medienlogik in der Wahlkampfberichterichterstattung deutscher und österreichischer Tageszeitungen. Sie kann zeigen, dass sich die Medienlogik aus drei Komponenten zusammensetzt, die aber entgegen häufigen Annahmen im Zeitverlauf nicht an Bedeutung gewonnen haben. Daraus leitet sie die Forderung ab, Medienlogik und Medialisierung künftig differenzierter zu betrachten und strukturellen Faktoren mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die den Medialisierungsprozess beschleunigen, verlangsamen, unterbrechen oder umkehren können.

 


Miriam Steiner erhält Paul Lazarsfeld-Stipendium

30.09.2015