Aktuelles

Wie misst man Medienqualität?

31.10.2019

Der Ruf nach Medienqualität ist so allgegenwärtig wie die Frage, wie sich Medienqualität definieren und messen lässt. Im aktuellen Vielfalts-Bericht der Medienanstalten hebt Birgit Stark die Bedeutung der Medienqualität für die Demokratie hervor und beschreibt verschiedene Kriterien – unter anderem Vielfalt als zentralen Aspekt im Medienqualitätsdiskurs. Zudem stellt sie das Projekt „Media Performance and Democracy“ vor, welches sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualität politischer Berichterstattung ländervergleichend in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu messen. Nähere Informationen hierzu - theoretische Fundierung, methodische Anlage der Studie sowie die komparative Betrachtungsweise – finden sich im Beitrag .

 


Vortrag auf der IIC-Conference19

Auseinandersetzungen zwischen Verlagen und öffentlich-rechtlichen Medien sind fast schon gute Tradition. Pascal Schneiders hat auf der IIC-Conference19 zum Thema 'Inter/Transnational Media Policy and Regulation in Digital Environments' die Reichweite der Online-Aufträge von Public Service Media in Europa beleuchtet und dahinterstehende Faktoren diskutiert. Die strengste Regulierung des Umfangs der Textberichterstattung von Public Service Media findet sich in zentral- und nordeuropäischen Ländern. Er kommt zu dem Schluss, dass, gerade weil Verlage ihre Inhalte zunehmend kostenpflichtig vertreiben, und um Rezeptionsvielfalt sicherzustellen, allgemein zugängliche, hochwertige Nachrichten einer vertrauenswürdigen Marke in Textform gesellschaftlich wünschenswert sind.


Suche im Netz - einseitige oder vielfältige Informationsquelle?

16.10.2019

Suchmaschinen im Internet machen Inhalte auffindbar, wodurch das Netz für die meisten Menschen erst sinnvoll nutzbar wird. Aus demokratietheoretischer Sicht erfüllen Suchmaschinen deshalb eine wichtige Funktion. Allerdings sind damit auch Risiken verbunden: Die Marktmacht von Unternehmen wie Google oder Facebook wird zunehmend als bedrohlich für die Meinungsvielfalt wahrgenommen. Mit Hilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse der Treffer von fünf Suchmaschinen zu zehn aktuellen politischen Themen untersuchten Melanie Magin , Miriam Steiner und Birgit Stark nun, wie vielfältig die Informationen sind, die Suchmaschinen ihren Nutzern liefern, ob die Vielfalt steigt, je mehr Treffer angeklickt werden, und ob es dabei eine Rolle spielt, aus welchen Quellen (u. a. journalistische Medien, Wikipedia, politische Parteien, Nichtregierungsorganisationen) die Inhalte stammen.

Die Ergebnisse sind in einem neuen Beitrag in den Media Perspektiven zu sehen. Grundsätzlich zeigt sich, dass Suchmaschinen zwar durchaus ein guter Zugang zu politischen Informationen sein können. Das Ranking der Treffer in der Trefferliste lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die Informationsvielfalt zu, der erste Treffer ist keineswegs immer der beste. Besser ist es, stets mehrere Quellen heranzuziehen und dabei (auch) auf journalistische Medien zu setzen.
Die Ergebnisse unterstreichen die gesellschaftliche Verantwortung der Suchmaschinen und unterstützen medienpolitische Forderungen nach mehr Transparenz.

 


Beitrag im Deutschlandfunk: Berichtet die Tagesschau zu komplex?

12.10.2019

Die Tagesschau gilt immer noch als das „Flaggschiff“ der Nachrichtenlandschaft in Deutschland. Doch kann sie auch heute noch allen die Welt erklären, ist sie für alle Bevölkerungsgruppen verständlich oder für manche schon zu komplex? Über diese Frage hat der Deutschlandfunk im Rahmen des Medienmagazins @mediasres mit Miriam Steiner gesprochen. Sie macht deutlich, dass die Tagesschau auf der einen Seite komplexe Sachverhalte und schwierige Begriffe erklären muss. Auf der anderen sei dies kein Plädoyer gegen inhaltliche Komplexität. Denn gerade für die Einordnung von Ereignissen und deren tieferes Verständnis sind Hintergrundinformationen und Kontextualisierung zentral. Den Beitrag zum Nachhören gibt es hier .
Inwiefern die Tagesschau – auch im Vergleich zu anderen Medien – politische Ereignisse kontextualisiert und thematisch einrahmt, untersucht das Projekt „Media Performance and Democracy“.

 


Neuer Aufsatz zum Facebook-Verfahren des BKartA

27.09.2019

Elf anhängige, mögliche oder gelöste Verfahren gegen Facebook allein in den USA listet die New York Times auf. Größtenteils sind sie auf Verstöße gegen Datenschutz- oder Kartellrecht zurückzuführen. Auch in Deutschland entschied das Bundeskartellamt Anfang 2019, dass Facebook in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung einnehme und diese missbrauche, um den Nutzern unverhältnismäßig viele Daten abzuverlangen. Daher verpflichtete das BKartA Facebook, eine „innere“ Entflechtung von Daten vorzunehmen, während Facebook weiter Fakten schafft. In der neuen Ausgabe der UFITA beleuchtet Pascal Schneiders diesen Präzedenzfall und die Rechtmäßigkeit des Verfahrens vor dem Hintergrund der Paradigmen und einer Konvergenz von Datenschutzrecht und Kartellrecht.

 


19.09.2019

Vortrag auf der Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe Journalistik/ Journalismusforschung in Eichstätt

Apple hat ein „Netflix für Nachrichten“ angekündigt, das Europäische Parlament einem Leistungsschutzrecht für Presseverlage zugestimmt, und Weichert & Kramp (2017) zufolge sind die Millenials „die vielleicht letzte Generation, die noch für journalistisch vermittelte Öffentlichkeit sensibilisiert werden kann“ – Journalismus und Medien befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Auf der Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe Journalistik/Journalismusforschung in Eichstätt hat Pascal Schneiders ein Modell eines Nachrichtenökosystems vorgestellt. Einem institutionenökonomischen Ansatz folgend, verortet es Akteure und charakterisiert deren Macht- Beziehungen nach Art, Intensität und Effekt, um reziproke Wandlungsmechanismen auf mehreren Ebenen erklären zu können.


Vorträge auf der Konferenz der „ECREA Political Communication“ in Posen

16.09.2019

Auf der diesjährigen Konferenz der ECREA-Fachgruppe „Political Communication“ (12.-13. September 2019, Posen) war auch das Medienkonvergenz-Team mit drei Vorträgen vertreten.


Im Vortrag „Leave the field to the extremes?” von Birgit Stark , Melanie Magin (NTNU Trondheim) und Pascal Jürgens ging es dabei um die Frage, welche Bevölkerungsgruppen an politischen Diskussion auf Facebook teilnehmen und aus welchen Gründen Nutzer partizipieren oder auch nicht partizipieren. Melanie Magin stellte hierbei Erkenntnisse aus qualitativen Gruppeninterviews vor und zeigt, dass vor allem Menschen an den politischen Rändern eine hohe Rede- bzw. Kommentierbereitschaft zeigen, während diejenigen mit einer politisch moderaten Einstellung im Vergleich deutlich weniger auf Facebook kommentieren. Ursächlich für die Redebereitschaft auf Facebook ist die Wahrnehmung des Meinungsklimas. Äußern sich vor allem Menschen mit politisch extremen Meinungen, kann dies einen sich selbst verstärkenden Spiralprozess (→ Noelle-Neumann) in Gang setzen.

Des Weiteren präsentierte Melanie Magin Ergebnisse aus einem gemeinsamen Projekt mit Miriam Steiner und Birgit Stark . In ihrem Vortrag „A Matter of Sources: A Content Analysis of the Political Information Diversity of Search Engine Results” ging es um die Frage, wie vielfältig verschiedene Suchmaschinen über politische Themen informieren und welche Rolle bestimmte Typen von Medien spielen. Die Studie zeigt, dass insbesondere journalistische Nachrichtenmedien nach wie vor zentraler Bestandteil einer vielfältigen Informationsversorgung sind – auch innerhalb von Suchmaschinen.

Miriam Steiner widmete sich in ihrem Vortrag schließlich dem Konzept der Boulevardisierung – und der Frage, wie dieses im Kontext von sozialen Medien neu gedacht und weiterentwickelt werden muss. Aus den Prinzipien der Logik sozialer Medien leitet sie verschiedene Sub-Dimensionen des Konzepts ab und zeigt, dass neben „altbewährten“ Merkmalen der Boulevardisierung (z. B. emotionale Sprache, Personalisierung) auch neue Aspekte (z. B. Einsatz von Emoticons, Clickbait-Techniken) im Kontext von Facebook & Co relevant werden.

 


Neuer Aufsatz zur Reform des Telemedienauftrags

05.08.2019

Seit Mai ist es öffentlich-rechtlichen Telemedienangeboten grundsätzlich verboten, „presseähnlich“ zu sein – Textberichterstattung tritt damit in den Hintergrund. Pascal Schneiders erläutert in einem kürzlich erschienenen Aufsatz [Open Access] die medienpolitischen Hintergründe, Konsequenzen aus der bislang vernachlässigten Nutzersicht und Alternativen, um die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags und dennoch eine stabile Koexistenz von Öffentlich-Rechtlichen und Verlagen zu gewährleisten.

 


Toller Erfolg: Erster Platz beim Zeitschriftenpreis der DGPuK!

10.05.2019

Einmal jährlich zeichnet die DGPuK die besten Aufsätze des Vorjahres in Publizistik, Medien & Kommunikationswissenschaft und SCM aus. Der erste Platz ging in diesem Jahr an das Trondheimer/Mainzer Autorenteam Stefan Geiß, Melanie Magin, Birgit Stark & Pascal Jürgens. Prämiert wurde der Betrag „Common Meeting Ground in Gefahr?“  in M&K, der den Einfluss politischer Informationsquellen auf die Fragmentierung individueller Themenhorizonte untersucht. Zwei der vier Autoren konnten bei der DGPuK-Jahrestagung in Münster den Preis persönlich entgegennehmen. Herzlichen Glückwunsch an die ForscherInnen!


Call for Papers zum Special Issue der "Media and Communication"

17.04.2019

Gemeinsam mit Birgit Stark übernimmt Melanie Magin die Herausgeberschaft für ein Special Issue der Open Access-Zeitschrift "Media and Communication" zum Thema "Media Performance in Times of Media Change". Abstracts können bis zum 30. November 2019 eingereicht werden. Weitere Informationen unter: https://www.cogitatiopress.com/mediaandcommunication/pages/view/nextissues#MediaPerformance


Neuer Aufsatz zu Fehlerquellen von Tracking-Daten

13.03.2019

Es wird zunehmend schwerer, die Nutzung digitaler Kanäle präzise zu erfassen - deshalb verwenden immer mehr Studien Tracking-Daten. Diese bestehen aus einem Mitschnitt der gesamten Internetnutzung von Teilnehmern. Oft wird dieses Verfahren als fehlerfrei betrachtet - unter der Annahme, dass es das tatsächliche Nutzungsverhalten 1:1 abbildet. Pascal Jürgens, Birgit Stark und Melanie Magin zeigen in ihrem neuen Aufsatz "Two Half-Truths Make a Whole? On Bias in Self-Reports and Tracking Data" im Social Science Computer Review, dass auch diese Methode Fehlerquellen hat - und zwar besonders bei der Erfassung der Smartphone-Nutzung.


Birgit Stark ist Mitherausgeberin der „neuen“ UFITA

08.01.2019

Die UFITA, bereits 1928 als medienrechtliche Fachzeitschrift gegründet, hat einen interdisziplinären Neustart vollzogen und wird nun neben dem Medienrecht die Kommunikations- und Medienwissenschaft stärker berücksichtigen. Im Fokus stehen sollen künftig Beiträge, die eine Brücke zwischen rechtlichen Fragen und der Kommunikationswissenschaft schlagen. Aufsätze sollen einen Beitrag zur evidenzbasierten und theoretisch fundierten Medienregulierung leisten können. Vor allem normativ relevante Fragen des gegenwärtigen Medien- und Öffentlichkeitswandels sind dabei von Interesse.
Im Rahmen der inhaltlichen Neuausrichtung sind Prof. Dr. Christoph Neuberger sowie Prof. Dr. Birgit Stark seit letztem Jahr Mitherausgeber der Zeitschrift.
Das erste Heft dieser „neuen“ UFITA ist kürzlich im Nomos-Verlag erschienen und kann hier eingesehen werden.
Inhaltliche Anregungen sowie Vorschläge für Beiträge und Buchbesprechungen sind herzlich willkommen!


„Common Meeting Ground“ in Gefahr? – Neuer Aufsatz erschienen

20.12.2018

Die Algorithmen sozialer Medien stellen für jeden Nutzer ein individuelles Informationsangebot zusammen. Damit ist die Sorge verbunden, dass die Bürger unterschiedliche politische Themen als wichtig wahrnehmen und es zu einer Fragmentierung der Gesellschaft kommt. Inwiefern diese Befürchtungen begründet sind, untersuchen Stefan Geiss, Melanie Magin (NTNU, Trondheim), Birgit Stark und Pascal Jürgens (JGU Mainz) in ihrem neu erschienen Aufsatz „Common Meeting Ground in Gefahr?“ in der M & K (Themenheft „Selbstbestimmung in der digitalen Welt“). In einer Online-Tagebuchstudie dokumentierten Befragte hierfür über zwei Wochen, welche politischen Themen sie für wichtig halten und aus welchen Quellen sie sich darüber informiert haben. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Medien als Informationsquellen die thematische Anschlussfähigkeit der Nutzer weder verringern noch vergrößern. Nachrichtenmedien hingegen vergrößern die Anschlussfähigkeit, insbesondere bei Nutzern mit extremen politischen Einstellungen.


Pascal Schneiders hält Vortrag auf der 'What’s (the) News?'-Konferenz

13.12.2018

Die kommunikationswissenschaftliche Forschung zum Medienwandel konzentriert sich bisher vor allem darauf, wie Social Media die Produktion, Distribution und Rezeption von Nachrichten verändern. Sie ignoriert jedoch weitgehend, wie sich das Verständnis des Begriffs Nachrichten selbst ändert. Pascal Schneiders verfolgt in einer laufenden Studie daher einen konstruktivistischen Ansatz mittels qualitativer Leitfadeninterviews, um ein unvoreingenommenes Publikumskonzept von Nachrichten in ihrer Komplexität und ihrem alltäglichen Kontext zu untersuchen. Erste Auswertungen stellte er auf der 'What's (the) News?'-Konferenz des Brussels Institute for Journalism Studies vor. So zeigt sich, dass Individuen weiterhin relativ strenge Normen hinsichtlich des Nachrichteninhalts haben, unabhängig von Alter, Nachrichtennutzung und Bildung. Das Nutzerverständnis der Urheber einer Nachricht hingegen hat sich um nicht-journalistische Akteure erweitert - sofern diese den Nutzern bekannt sind.


Medienkonvergenz-Team auf der ECREA

19.11.2018

Mit drei Vorträgen war das Team Medienkonvergenz (31. Oktober bis 3. November) auf der ECREA und deren Preconference in Lugano vertreten.

Die Preconference "Information Diversity and Media Pluralism in the Age of Algorithms” der ECREA in Lugano suchte nach neuen Ansätzen, um die Auswirkungen von Algorithmen auf Vielfalt zu messen. In seinem Vortrag "Diversity vs. Fragmentation: Towards a Meta-Theory of Information Cohesion” regte Pascal Jürgens an, die Wechselwirkung der beiden Konzepte systematisch zu untersuchen. In einer theoretischen Analyse mit integrierter Simulationsstudie zeigte er, dass Vielfalt und Fragmentierung nicht (wie in der Literatur teilweise angenommen) linear positiv zusammenhängen. Vielmehr kann sowohl unter Bedingungen sehr hoher als auch sehr niedriger Vielfalt Fragmentierung entstehen. Entscheidend für den Ausgang ist primär der Grad der (politischen) Selektivität. Neben diesem inhaltlichen Beitrag zeigt die angewandte Methodik außerdem, dass zahlreiche Desiderate der Vielfaltsforschung (wie etwa die Frage der Bewertung des Wertebereichs von Vielfaltsmaßen) durch formale Modellierung und Simulationen erschließbar sind.

Miriam Steiner ging in ihrem Vortrag „Tabloidization of news on Facebook?” der Frage nach, inwiefern innerhalb der Nachrichtenposts ausgewählter Medien (BILD, Spiegel Online, FAZ und tagesschau) visuelle (z. B. Darstellung von Personen und Emotionen) und sprachliche (z. B. bildhafte und emotionale Sprache) Merkmale der Boulevardisierung zu finden sind. Hierbei zeigte sich zum einen der (erwartbare) Unterschied zwischen den Beiträgen des Boulevardmediums BILD (höchster Grad an boulevardesken Merkmalen) und denen des öffentlich-rechtlichen Qualitätsmediums tagesschau. Jedoch gab es insbesondere im Hinblick auf Clickbaiting-Formulierungen Annäherungen der Qualitätsmedien FAZ und Spiegel Online an die BILD-Zeitung. Die Qualitätsmedien scheinen sich somit zumindest teilweise an die Social Media-Logiken anzupassen.

Pascal Schneiders widmete sich in seinem Vortrag den Chancen und Risiken der Markenführung von Nachrichtenorganisationen in Social Media. Die Ergebnisse seiner experimentellen Befragung deuten darauf hin, dass die Bekanntheit der Nachrichtenmarke unabhängig von Ausspielweg und journalistischer Darstellungsform den wichtigsten Faktor sowohl für die Markenerinnerung als auch für das Markenimage darstellt. Während die journalistische Darstellungsform keinen signifikanten Einfluss auf die Markenerinnerung übt, ist sie hinsichtlich des Markenimages für bekannte Marken relevant. So profitieren bekannte Marken insbesondere bei Kommentaren von höheren Imagebeurteilungen durch die Rezipienten. Dies ist vermutlich auf die Qualitätssignalfunktion vertrauter Medienmarken zurückzuführen. Der Desktop-Ausspielweg des Beitrags wirkt sich längerfristig tendenziell positiv auf die gestützte Erinnerung an die unbekannte Marke aus. Unter Umständen kann auch er zu höheren Imagebewertungen führen.


Pascal Jürgens hält Impulsvortrag zum Diskussionsentwurf des Medienstaatsvertrag

18.10.2018

Mit circa 1200 Einlassungen ist der Diskussionsentwurf des geplanten neuen Medienstaatsvertrags auf breite öffentliche Resonanz gestoßen. Das gilt auch für das jüngste mainz media Forum vom 18. Oktober 2018: Unter dem Titel „Der neue Medienstaatsvertrag – Konvergenzgerechte Regulierung oder symbolischer Aktionismus“ hatte das Mainzer Medieninstitut in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz an die Johannes Gutenberg Universität Mainz geladen.

Eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive zeigte Pascal Jürgens in seinem Impulsvortrag auf. Darin setzte sich Jürgens mit der wachsenden Bedeutung und den neuen Wirkungspotenzialen von Medienintermediären auseinander. Er skizzierte vielfältige Bedrohungssituationen. Eine interessengerechte Regulierung bezeichnete er als den Versuch, den sprichwörtlichen gordischen Knoten zu lösen. Denn: Eine solche Regulierung solle „jeden gegen jeden“ schützen und zwar unter den Bedingungen starker, aber heterogener Interdependenzen. Hinzu komme, dass die Gefährdungen vielfach abstrakt und langfristig seien. Den Impulsvortrag finden Sie hier.


Medienkonvergenz-Team auf der DGPuK und der ICA

15.06.2018

Im vergangenen Monat war das Team Medienkonvergenz sowohl auf der DGPuK-Jahrestagung in Mainnheim (9. bis 11. Mai) als auch auf der Jahrestagung der ICA in Prag (24. bis 28. Mai) mit verschiedenen Vorträgen im Programm vertreten.
Im Rahmen der DGPuK präsentierte Birgit Stark neueste Ergebnisse aus dem LfM-Projekt: Der Vortrag „‘Common meeting ground‘ in Gefahr?“ stellte die Frage, inwiefern insbesondere personalisierte Onlineangebote wie Facebook und Twitter zu einer wachsenden Fragmentierung beitragen. Auf Basis einer 14-tägigen Panelbefragung (Daily Online Diary) von 329 Internetnutzern zeigen die Ergebnisse jedoch, dass persönliche Gespräche die stärkste Fragmentierungsgefahr bergen, wohingegen politische Online-Quellen den „common meeting ground” – den gemeinsamen Themenhorizont – eher vergrößern.
Auch in Prag thematisierte der Vortrag von Pascal Jürgens, Birgit Stark und Melanie Magin die Themenvielfalt. Ebenfalls auf Grundlage der LfM-Studie sprach Pascal Jürgens über die Effekte verschiedener Online-Medien – z. B. Suchmaschinen sowie soziale Netzwerke – auf die wahrgenommene Themenvielfalt und erläuterte daneben methodische Probleme der Nutzung von Tracking-Daten.
Ein weiterer Vortrag von Pascal Jürgens beschäftigte sich mit dem Thema „Social Bots“. Als Ergebnis eines gemeinsamen Projekts mit Simon Kruschinski, Marcus Maurer, Christian Schemer und Birgit Stark stellte er ein theoretisches und methodisches Modell vor, mithilfe dessen Social Bots identifiziert und deren Effekte auf Facebook analysiert werden können. Die empirische Umsetzung erfolgte mithilfe von Machine-Learning-Verfahren.
Im Kontext eines weiteren Projekts von Miriam Steiner, Melanie Magin und Birgit Stark sprach Miriam Steiner auf der ICA über die Informations- und Sprechervielfalt von Ergebnissen verschiedener Suchmaschinen zu insgesamt zehn politischen Themen. Dabei wurde die Vielfalt der verlinkten Beiträge basierend auf den ersten zehn Treffern und basierend auf dem ersten Treffer gegenübergestellt – in Anlehnung an häufige Nutzungsmuster. Während die inhaltliche Vielfalt der ersten zehn Treffern recht hoch war, zeigten sich bei der Vielfalt des ersten Treffers starke Unterschiede zwischen Themen und Suchmaschinen.


Herzlichen Glückwunsch, Ilka Jakobs!

26.03.2018

Ilka Jakobs hat am 21. März ihre Promotion erfolgreich abgeschlossen. Der Titel ihrer Arbeit, die von Prof. Dr. Birgit Stark betreut wurde (Zweitgutachter: PD Dr. Nikolaus Jackob) lautete "Vertrauenszuschreibungen an Medien. Eine experimentelle Studie zu den Ebenen von Vertrauen in Medien".

In der Arbeit hat Ilka Jakobs sich mit der Frage beschäftigt, auf welchen Ebenen sich Vertrauensbeziehungen zwischen Medien und Rezipienten abspielen. Dazu wurde in einer experimentellen Studie untersucht, ob eine Vertrauens-Verletzung von Rezipienten unterschiedlich wahrgenommen wurde, je nachdem, ob diese durch z. B. ‚die Medien‘ als gesellschaftlicher Institution, einer Mediengattung oder einem Einzelmedium verursacht wurde. Dabei stellte sich heraus, dass sich Vertrauensbeziehungen zwischen Medien und Rezipienten nicht auf eine oder wenige Ebenen beschränken, sondern dass Rezipienten auf verschiedenen Ebenen Vertrauenszuschreibungen an Medien vornehmen. Die Wahrnehmung der Vertrauens-Verletzung und die Handlungsabsichten, die die Teilnehmer in Bezug auf ihre künftige Mediennutzung äußerten, unterschied sich in Abhängigkeit von dem Medium, von dem die Vertrauens-Verletzung begangen wurde.

Wir gratulieren Ilka Jakobs herzlich zu ihrer hervorragenden Leistung!


Hoher Besuch: Bundespräsident Steinmeier diskutiert am IfP über Medienvertrauen und Social Bots

23.03.2018

Am 20. März besuchten der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender das Institut für Publizistik und den Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz, um mit Studierenden zu diskutieren (über den Besuch berichtete unter anderem das Sat.1 Regionalmagazin). Mit dem Antrittsbesuch in Rheinland-Pfalz beendete der Bundespräsident seine Deutschlandreise in die Bundesländer. Orte der Demokratie standen im Mittelpunkt und auch der Austausch mit jungen Menschen. Mit den Studierenden am IfP diskutierte er über „Demokratische Debatten im digitalen Zeitalter“.

Foto: H. Piel © Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Prof. Dr. Birgit Stark begrüßte den hohen Besuch und führte in das Thema ein. Sie zeigte exemplarisch auf, wie sich die Debatten- und Informationskultur durch das Netz verändert. Besonders deutlich zeige sich, dass digitale Kommunikation ganz eigenen Regeln und Logiken unterliegt. Diese neuen Diskussions- und Kommunikationsformen werden für eine zunehmende Polarisierung politischer Debatten verantwortlich gemacht.

Foto: H. Piel © Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Gleichzeitig, so gab Prof. Dr. Tanjev Schultz in seiner Vorstellung des Projekts „Alles Lüge? Die Entwicklung von Medienvertrauen und Medienkritik“ zu bedenken, ebben die Hysterie um den Lügenpresse-Vorwurf und die Verleumdungen unter dem Begriff der „Systemmedien“ langsam ab. Das Vertrauen in Medien verzeichne – der eigenen Erhebung zufolge – einen leichten Anstieg.

Simon Kruschinski gewährte Einblicke in eine Big Data-Analyse, die den Einsatz von Social Bots und Fake News im letzten Bundestagswahlkampf untersucht. Social Bots werden mitunter dafür verantwortlich gemacht, ein falsches Bild der öffentlichen Meinung zu vermitteln, indem sie beispielsweise extreme Positionen stärken. Erste Ergebnisse der Studie zeigen, dass beim Wahlkampf 2017 der Anteil automatisierter Kommentare nur ca. ein Prozent ausmacht. Das durch Medien vermittelte Szenario überschätze die tatsächliche Bedrohung erheblich.

Foto: H. Piel © Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Der Bundespräsident und seine Frau nahmen rege an der anschließenden Diskussion teil. Frank-Walter Steinmeier sprach etwa die Verrohung der Kommunikation in sozialen Netzwerken an. Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte, dass Rheinland-Pfalz bereits eine Vorreiterrolle im Bereich der Vermittlung von Medienkompetenz in Schulen einnehme. Insgesamt wurde deutlich, dass das Wissen über die Arbeitsweisen des Journalismus für das Medienvertrauen elementar ist.

Der Transfer zwischen Wissenschaft und Politik gelang perfekt – denn Bundespräsident Steinmeier schrieb ins Goldene Buch der Johannes Gutenberg-Universität: „Ganz herzlichen Dank für eine spannende und ebenso wichtige Diskussion über Veränderung von Gesellschaft durch digitale Medien. Hier wird gute Arbeit gemacht, die gebraucht wird in der Demokratie“.

Foto: F. Skala ©

Birgit Stark wird neue Direktorin des Mainzer Medieninstituts

14.03.2018

Zum 1. März 2018 wird Birgit Stark, zusammen mit Matthias Cornils, Professor für Medienrecht, Kulturrecht und Öffentliches Recht an der Universität Mainz, neue Leiterin des Mainzer Medieninstituts. Feierlich eingeführt wurden beide am 23.2.2018 bei einem Festakt in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, in dessen Rahmen auch der Gründer und langjähriger bisheriger Leiter, Prof. Dr. Dieter Dörr, verabschiedet wurde.
Durch verschiedene wissenschaftliche Tagungen, Gespräche zu aktuellen medienrechtlichen und -politischen Themen, Rechtsgutachten und Stellungnahmen sowie Publikationen hat das Mainzer Medieninstitut sein Renommee in wichtigen Mediendiskursen in den letzten 18 Jahren maßgeblich ausgebaut und mehrfach unter Beweis gestellt. Heike Raab, Staatssekretärin für Medien und Digitales, dankte in ihrer Rede deshalb Dieter Dörr für seinen herausragenden Verdienst und freute sich auf die Fortführung seiner erfolgreichen Arbeit unter der Leitung von Birgit Stark und Matthias Cornils.
Verbunden mit der Doppelspitze ist auch eine neue inhaltliche Ausrichtung, die die interdisziplinäre Vernetzung zwischen Kommunikations- und Rechtswissenschaft nun stärker in den Fokus stellen wird. Den Mehrwert dieser Interdisziplinarität betonten beide Direktoren in der anschließenden Gesprächsrunde mit Sophie Burkhardt (ZDF-Beauftragte und stellvertretende Geschäftsführerin von „funk“). Entsprechend dieser veränderten Ausrichtung soll auch das Veranstaltungsprogramm sowie der Masterstudiengang Medienrecht weiterentwickelt und auf eine breitere inhaltliche Basis umgestellt werden.

Die neue Doppelspitze: Birgit Stark und Matthias Cornils
Birgit Stark und Matthias Cornils im Gespräch mit Sophie Burkhardt

Fotos: K. Schäfer ©


Herzlich Willkommen, Pascal Schneiders!

03.03.2018

Seit dem 01.02.2018 unterstützt Pascal Schneiders den Arbeitsbereich Medienkonvergenz als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Pascal Schneiders hat in Mainz bereits den Bachelor Publizistik (mit Beifach Wirtschaftswissenschaften) und anschließend den Master Medienmanagement studiert. Daneben war er unter anderem als wissenschaftliche Hilfskraft in verschiedenen Arbeitsbereichen des Instituts für Publizistik tätig und engagierte sich im Fachschaftsrat Publizistik und im Vorstand des Vereins Medienstudierende.
Schwerpunkte seiner Forschung sind hauptsächlich die Distribution und Rezeption von Nachrichten im digitalen Zeitalter.

Wir freuen uns sehr auf die künftige Zusammenarbeit!

Foto: R. Lemke


Media Performance and Democracy - Neues DACH-Projekt startet

22.02.2018

Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie: Ein qualitativ hochwertiges publizistisches Angebot ist Grundvoraussetzung für den freien Austausch von Meinungen und Positionen. Durch die Digitalisierung hat sich die Diskussion um Medienqualität intensiviert, denn angesichts der tiefgreifenden Umbrüche auf den Medienmärkten erscheint fraglich, wie Medienqualität dauerhaft sichergestellt werden kann. Dazu braucht es eine umfassende Bestandsaufnahme der demokratischen Performanz von Mediensystemen und der strukturellen Faktoren, die sie beeinflussen. Eine solche steht aber noch aus.
Diese Forschungslücke schließt das Projektvorhaben, eine ländervergleichende Inhaltsanalyse der Medienqualität in Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren breit angelegtes Mediensample alle Medientypen umfasst, die für die Information und Meinungsbildung der Bevölkerung relevant sind. Neben Birgit Stark (unter Mitarbeit von Miriam Steiner) sind noch weitere Partner aus Düsseldorf, Hamburg, Wien und Zürich am Projekt beteiligt.
Mithilfe der komparativen Studienanlage kann gezeigt werden, wie sich unterschiedliche strukturelle Faktoren auf der Mikro-, Meso- und Makroebene auf Medieninhalte auswirken. Ergänzt wird diese Betrachtung von Medienqualität durch die Nutzerperspektive: Mithilfe von Mediennutzungsdaten wird geklärt, welche Bevölkerungssegmente faktisch welche Medienqualität rezipieren.
Untersucht wird Medienqualität hierbei anhand von drei zentralen Qualitätsstandards – Relevanz, Pluralität und Deliberation – die sich aus den drei Kernfunktionen der Medien – Legitimation, Forum und Integration – ableiten lassen. In einem integrativen Ansatz werden die inhaltsanalytischen Ergebnisse dieser Qualitätsstandards dabei zusätzlich mit externen Benchmarks verglichen, den Agenden der politischen Parteien und ihren parlamentarischen Aktivitäten. Die Ergebnisse des Projekts sind dabei nicht nur für zentrale kommunikationswissenschaftliche Forschungsbereiche relevant, sondern betreffen ebenso sehr die journalistische Praxis und die Medienpolitik.


Vorträge zum Thema „Meinungsbildung in der Netzöffentlichkeit“

10.02.2018

Die diesjährige Tagung der DGPuK-Fachgruppe Rezeptions- und Wirkungsforschung in Hohenheim stellte die „Meinungsbildung in der Netzöffentlichkeit“ in den Mittelpunkt. Das Team Medienkonvergenz war hierbei mit zwei Vorträgen im Programm vertreten.
Der erste Vortrag von Stefan Geiß (Trondheim), Pascal Jürgens, Melanie Magin (Trondheim) und Birgit Stark thematisierte am Beispiel der Flüchtlingskrise den Einfluss auf die Artikulationsbereitschaft durch algorithmische Selektion auf der einen und durch das (homogene) soziale Umfeld auf der anderen Seite. Anhand von repräsentativen Befragungsdaten zeigte Birgit Stark, dass das soziale Umfeld der Rezipienten entscheidend ist – mit unterschiedlichen Folgen für Anhänger des linken bzw. rechten Spektrums. Anzeichen für Effekte algorithmischer Personalisierung fanden sich dagegen nicht.
Im zweiten Vortrag von Miriam Steiner, Melanie Magin, Birgit Stark und Pascal Jürgens ging es um das Potential Facebooks für die zufällige Nachrichtennutzung. Zwei qualitative Studien (Online-Gruppendiskussion und Eyetracking mit anschließendem Interview) liefern Hinweise für eine vergleichsweise geringe Bedeutung des sozialen Netzwerks. Zum einen scheinen andere Medien eine ähnlich große oder noch größere Bedeutung für die zufällige Nachrichtennutzung zu haben, z. B. das klassische Radio oder auch Nachrichten-Apps. Zum anderen wird der Newsfeed meist sehr oberflächlich „abgescannt“ und nur sehr wenige Beiträge werden näher betrachtet.

Foto: P. Jost


Neuer Zeitschriftenaufsatz untersucht Nachrichtenvielfalt auf Facebook

15.01.2018

Facebook ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Nachrichtenrepertoire vieler Menschen und immer mehr Nachrichtenanbieter sind dort aktiv – unter ihnen auch die Öffentlich-Rechtlichen. Doch erfüllen sie auch dort ihren Informationsauftrag? In dem in der Zeitschrift “Digital Journalism” neu erschienenen Aufsatz „Uneasy bedfellows – Comparing the diversity of German public service new on television and on Facebook“ gehen Miriam Steiner, Melanie Magin und Birgit Stark dieser Frage nach und fokussieren dabei auf das wichtige Kriterium Vielfalt. In einem inhaltsanalytischen Vergleich des Angebots zweier öffentlich-rechtlicher (ARD tagesschau, ZDF heute) und zweier privater (Sat.1 Nachrichten, RTL Aktuell) Nachrichtensendungen im Fernsehen und auf Facebook untersuchen sie die Nachrichtenbeiträge im Hinblick auf Themen- und Akteursvielfalt. Die Ergebnisse zeigen, dass die inhaltliche Vielfalt aller Nachrichtensendung insgesamt recht hoch ist. Auf Facebook sind die Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Anbieter dabei etwas weniger vielfältig als die der privaten Anbieter, dafür jedoch leicht vielfältiger als die öffentlich-rechtlichen Nachrichten im Fernsehen.


Best Abstract Award

05.12.2017

Der Vortrag von Melanie Magin (Trondheim), Pascal Jürgens und Birgit Stark bei der diesjährigen Konferenz der Political Communication Section der ECREA in Zürich wurde als beste der 130 Tagungseinreichungen ausgezeichnet. Unter dem Titel „In Search of Echo Chambers. How Information Intermediaries Influence Political Opinion Formation” befassen sie sich mit der Frage, wie sich die Nutzung von Facebook & Co. als Informationsquelle auf die Wahrnehmung politischer Kontroversen auswirkt. Herzlichen Glückwunsch!


Neuer Aufsatz zum Einfluss von Intermediären erschienen

01.12.2017

Hypothesen über die Macht von Informationsintermediären sind allgegenwärtig. Der Einfluss von Facebook und Co. ist allerdings nur ein Element in einer Kette von Effekten: Was nicht auf Facebook publiziert wird, das kann auch nicht durch seine Algorithmen ausgewählt werden; was Rezipienten auf der Seite nicht selektieren, kann nicht wirken. In dem in „Policy & Internet“ erschienenen Aufsatz „The Power of Default on Reddit: A General Model to Measure the Influence of Information Intermediaries“ stellen Pascal Jürgens und Birgit Stark eine differenzierte Betrachtung dieser Mechanismen vor. Mithilfe des von ihnen entwickelten "Intermediary Effect Model[s]" lassen sich Effekte auf den unterschiedlichen Stufen des Informationsflusses lokalisieren und gezielte Studiendesigns ableiten. In einem unmittelbaren Anwendungsbeispiel anhand von Daten der Link-Plattform Reddit zeigt sich unter anderem, dass die letzte Stufe des Modells — der Rezipient - kein zuverlässiges Korrektiv ist: Anstelle konsequent weiter die eigenen Präferenzen zu verfolgen lassen sich Reddit-Nutzer vielmehr durch Änderungen in der Seitenstruktur leiten, wie eine Zeitreihenanalyse des natürlichen Experiments belegt.


Better stream or watch TV? - Tagung zur Zukunft des Fernsehens

30.11.2017

Die Fernsehnutzung hat sich nachhaltig verändert. So ersetzt Binge Watching zunehmend das klassische „fernsehschauen“ und zentrale Player wie Amazon oder Netflix konkurrieren längst mit etablierten Fernsehsendern und schaffen neue Wettbewerbsbedingungen. Auch die Rolle des öffentlichen Rundfunks bleibt von diesem Wandel nicht unberührt.
Im Rahmen der Tagung „Better stream or watch TV – Was kommt, was bleibt, was geht im Fernsehen?“ ,
organisiert von Prof. Dr. Birgit Stark und Prof. Dr. Bjørn von Rimscha zusammen mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz, sprachen Branchenvertreter, Medienpolitiker und Wissenschaftler über die Herausforderungen und Veränderungen im Fernsehen.
Wie muss das Fernsehen aussehen, damit es auch mobil abgerufen werden kann? Ist das Prinzip der Linearität wirklich am Ende? Befinden wir uns überhaupt in einer Filterblase? Und wie kann man Nutzungsvielfalt fördern?

Diese und viele weitere spannende Fragen aus der Angebots- und der Nutzungsperspektive wurden im Rahmen der Tagung diskutiert – in vier thematischen Panels und natürlich auch in den Kaffeepausen. Eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks rundete die Tagung ab. Die Diskussion wurde anschließend auch von Phoenix übertragen – natürlich linear und zeitversetzt!

Impressionen zur Tagung in Form von Bildern und Videos sowie ein Großteil der Präsentationen zum Nachlesen finden sich hier.

© JGU / Fotos: P. Pulkowski


Vortrag: Herausforderungen für die politische Kommunikationsforschung im Netz

07.11.2017

Im Rahmen des von der Universität Kopenhagen und der Universität Lund organisierten Symposiums zum Thema "Social Media and Democracy: New Challenges for Political Communication Research" (26. bis 27. Oktober 2017) warnte Pascal Jürgens vor den theoretischen und methodischen Herausforderungen, denen die politische Kommunikationsforschung im zunehmend zerklüfteten Netz gegenübersteht. In seinem Vortrag "Reality is What You Make of It: The Challenging Disintegration of the Unified Online Sphere" ging er hierbei auf personalisierte Webseiten, Veränderungen im Zeitverlauf, Löschungen und auf den Nutzer zugeschnittene soziale Netzwerke ein – Faktoren und Entwicklungen, die dazu führen, dass klassische Querschnittserhebungen nur noch selten repräsentativ für das sind, was "die Nutzer" tatsächlich sehen. Doch obwohl diese Entwicklungen erhebliche methodische Weiterentwicklungen erfordern, haben sie für die Sozialwissenschaften auch eine gute Seite: Präzise, insbesondere im Zeitverlauf, erhobene Daten liefern Einblicke in die Prozesse, die der Individualisierung der Informationsangebote zugrunde liegen.


Adschee Mainz, hei Trondheim!

18.10.2017

Unsere langjährige Kollegin Melanie Magin wird zum 1. November eine Postdoktoranden-Stelle an der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim am Department of Sociology and Political Science antreten. Wir möchten uns für die gemeinsame Zeit am Lehrstuhl bedanken und ihr alles erdenklich Gute in der neuen Heimat wünschen! Melanie Magin war in vielerlei Hinsicht – sowohl menschlich als auch fachlich – eine Bereicherung für unser Team. Wir freuen uns darauf, auch weiterhin mit ihr in spannenden Projekten zusammenzuarbeiten - auch über mehr als 1000 Kilometer hinweg!

Abschied Melanie


Keynote über den Einfluss sozialer Netzwerke auf die Meinungsbildung (DigiDem 2017)

07.10.2017

Ist Facebook das "A und O für unsere politische Meinungsbildung"? Dieser Frage ist Birgit Stark im Rahmen ihrer Keynote über die Wirkungspotenziale sozialer Netzwerke für die politische Meinungsbildung beim "Dresdner Symposium Digitale Revolution in der Demokratie" (DigiDem2017) nachgegangen. Anhand aktueller Forschungsergebnisse hat sie gezeigt, dass Facebook für viele Nutzer nur einen von vielen Bestandteilen des Informationsrepertoires darstellt. Einflüsse von Facebook auf Meinungsbildungsprozesse sind daher auch insgesamt komplexer und vielschichtiger, als in aktuellen Diskussion oftmals suggeriert wird.


Best Proposal Award der Fachgruppe Methoden für Pascal Jürgens

29.09.2017

Auf der diesjährigen Jahrestagung der Fachgruppe Methoden in Mainz wurde Pascal Jürgens zusammen mit Pablo Jost (ebenfalls IfP) und Frank Mangold (Hohenheim) mit dem Best Proposal Award ausgezeichnet – neben zwei weiteren Vorträgen, die punktgleich bewertet wurden. Thema des Vortrags waren die „Herausforderungen und Potenziale der Nutzung digitaler Beobachtungsdaten auf Facebook unter Berücksichtigung eigendynamischer Prozesse“. Die Studie zeigt anhand einer hochauflösenden longitudinalen Erhebung der Popularitätshinweise (Reactions) von Facebook-Posts, dass in der entscheidenden Frühphase unmittelbar nach der Publikation die Eigendynamik von Nutzerverhalten und Algorithmus eine entscheidende Rolle spielt. Der Erfolg eines Posts hängt somit auch langfristig von den kurzfristigen Effekten der ersten Stunden ab.


„Ganz meine Meinung?“ – Neue Studie untersucht die Bedeutung der Informationsintermediäre für die Meinungsbildung am Beispiel von Facebook

17.08.2017

Informationsintermediäre wie Facebook und Google sind längst zu einer wichtigen Nachrichtenquelle geworden. Anders als bei klassischen Nachrichtenquellen bestimmen hierbei jedoch nicht Journalisten, sondern Algorithmen mithilfe verschiedener Filter-, Sortier- und Personalisierungslogiken darüber, welche Inhalte für welche Nutzer sichtbar sind.
Doch wie wirkt sich die Steuerung durch Algorithmen konkret auf gesellschaftliche Meinungsbildungsprozesse aus? Und wie real ist die vielfach diskutierte Gefahr, dass sich Nutzer zunehmend in Filterblasen und Echokammern isolieren?

Antworten auf diese gesellschaftlich und medienpolitisch drängenden Fragen, die bis jetzt jedoch nur unzureichend erforscht sind, liefert eine neu erschienene Studie von Birgit Stark, Melanie Magin und Pascal Jürgens – durchgeführt im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Mit einer Mehrmethodenstudie – Nutzerbefragung, Datentracking sowie Online-Gruppendiskussionen – wurde ermittelt, ob und wie wirkungsvoll Facebook die Themenwahrnehmung und die Meinungsvermittlung bei politischen Themen beeinflusst.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Gefahr der Filterblase überschätzt wird. Die Autoren weisen jedoch einen signifikanten Effekt Facebooks auf das wahrgenommene Meinungsklima nach. Somit kann es zu einer Gefahr für die Meinungsbildung kommen, wenn gesellschaftliche Randgruppen – unterstützt durch Social Bots oder Fake News – Diskussionen manipulieren, indem sie beispielsweise bestimmte Themen pushen oder gezielt durch Kommentare emotional polarisieren. Die Studie belegt zudem weitere Einflussfaktoren auf die Meinungsbildung, darunter Persönlichkeitseigenschaften wie die Persönlichkeitsstärke oder das eigene politische Interesse und nicht-mediale Informationsquellen wie das persönliche Gespräch.

Die Studie kann kostenlos hier bestellt oder heruntergeladen werden.


Erste Erkenntnisse aus aktueller Studie: Birgit Stark berichtet über den "Einfluss von Informationsintermediären auf die Meinungsbildung"

30.06.2017

In ganz unterschiedlichen Kontexten hat Birgit Stark in den vergangenen Wochen erste Ergebnisse aus der aktuellen Studie „Der Einfluss von Informationsintermediären auf die Meinungsbildung“ präsentiert:

Die „Meinungsbildung im Internet“ stand im Mittelpunkt eines "Symposiums des Instituts für Europäisches Medienrecht", bei dem Birgit Stark über „Automatisierte Meinungsblasen“ referierte.

Auf der "re:publica" wurde die Frage diskutiert, ob Wahlen im Netz entschieden werden können (s. Foto).

Hier diskutierte Birgit Stark mit "Julius van de Laar" (Kampagnen- und Strategieberater), "Robert Heinrich" (Wahlkampfmanager in der Bundesgeschäftsstelle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und "Tobias Nehren" (Leiter Newsroom SPD-Parteivorstand, Online-Kampagne).

Auch das "Symposium des Deutschen Medienrats" thematisierte die Medienfreiheit im Internet und behandelte in diesem Kontext auch die Gefahren für freie und demokratische Meinungsbildung vor dem Hintergrund der sich wandelnden Medienlandschaft. Mit auf dem Podium diskutierten u. a. Hans Demmel (Vorstandsvorsitzender VPRT / Geschäftsführer n-tv), Gudrun Riedl (Beirat „Factfox“ / stellvertretende Redaktionsleitung BR24) und Heidi Schmidt (ARD Onlinekoordinatorin und Leitung ARD.de).

Foto/©: MCB / Uwe Völkner


"Attention, please!" – Neuer Zeitschriftenaufsatz zur Boulevardisierung der Wahlkampfberichterstattung erschienen

06.06.2017

„Diese unendliche, ausweglose, schleichende Banalisierung und Trivialisierung macht die Hirne kaputt.“ Mit diesen Worten brachte der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog seine Sorge vor einer immer stärkeren Boulevardisierung der politischen Berichterstattung zum Ausdruck. Empirisch untersucht wurde dieser vielfach befürchtete langfristige Trend bisher aber kaum. In einer der ersten ländervergleichenden Langzeitstudien zu diesem Thema, der jetzt in Journalism erschienen ist, zeigt Melanie Magin, dass die Sorgen zumindest teilweise übertrieben sind: In ihrem Artikel mit dem Titel "Attention, please! Structural Influences on Tabloidization of Campaign Coverage in German and Austrian Elite Newspapers (1949-2009)" kommt sie zu dem Ergebnis, dass die Boulevardisierung der Wahlkampfberichterstattung in deutschen und österreichischen Elitezeitungen binnen 60 Jahren nur leicht zugenommen hat und sich auch am Ende des Untersuchungszeitraums auf einem sehr geringen Niveau bewegt.


Herzlichen Glückwunsch zur Promotion, Philipp Weichselbaum!

28.05.2017

Philipp Weichselbaum, ehemaliger Mitarbeiter am Lehrstuhl für Medienkonvergenz, hat am 19. Mai 2017 mit der mündlichen Doktorprüfung erfolgreich seine Promotion abgeschlossen. Der Titel seiner Arbeit lautet „Öffentlicher Druck – Theoretische Grundlegung und empirische Analyse am Beispiel von Rücktritten deutscher Bundesminister (1960-2013)“.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeptualisierung der Theorie des öffentlichen Drucks aus publizistikwissenschaftlicher Sicht und deren inhaltsanalytischer Überprüfung anhand von 16 Rücktritten von Bundesministern in der Zeit von 1960 bis 2013 – von Oberländer und Krüger bis zu Guttenberg und Schavan. Konkret geht es um die Frage, ob und wie öffentlicher Druck einen Minister zum Rücktritt zwingen kann. Dabei werden die spezifischen Dynamiken und Berichterstattungsmuster jedes einzelnen Rücktrittsfalls geprüft und in einem Längsschittvergleich verdichtet. Das anspruchsvolle Untersuchungsdesign bietet neue, spannende Perspektiven auf das Wechselverhältnis zwischen Politik und Medien – auch im Kontext der Mediatisierungsthese.

Wir gratulieren Philipp Weichselbaum herzlich zu seiner hervorragenden Leistung!


Vorlesungsreihe "Medienkonvergenz – Meet the Media Executives mit vielen Gastvorträgen aus der Praxis

17.05.2017

mk_vorlesungSS17_A5.inddDie Vorlesungsreihe „Medienkonkonvergenz – Meet the Media Executives“ unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Stark und Prof. Dr. Bjørn von Rimscha bietet auch in diesem Jahr wieder spannende Einblicke in die Medienpraxis: Führungskräfte aus Medienunternehmen und auch aus der Politik stellen digitale Geschäftsfelder, Strategien und Veränderungsprozesse vor.

Zu hören sein werden unter anderem Julia Bönisch (sz.de), Daniel Stich (SPD Rheinland-Pfalz) und Matthias Krömer (Vodafone).

Die Vorlesungen finden mittwochs von 12-14 Uhr im Raum N2 in der Muschel (Johann-Joachim-Becher-Weg 23, 55128 Mainz) statt.

Interessierte sind herzlich willkommen!


Birgit Stark spricht über die "vierte Generation TV"

10.05.2017

Bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig diskutierte Birgit Stark mit verschiedenen Branchenvertretern über die Umwälzungen auf dem deutschen Fernsehmarkt.

Die Expertenrunde beleuchtete u.a. auch die Ökonomie und Regulierung der vierten Generation TV.

Mit auf dem Podium diskutierten u. a. Jochen Fasco (Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt) sowie Arnold Picot (Leiter der Forschungsstelle für Information, Organisation und Management, LMU München).

Foto/©: Arbeitsgemeinschaft Medientage Mitteldeutschland e.V.


Publikumsfragmentierung durch Informationsintermediäre: Neues DFG-Projekt startet

22.03.2017

Lange schon wird die Bedrohung einer Publikumsfragmentierung als Folge eines zunehmend ausdifferenzierten Medienangebots diskutiert. Im Internetzeitalter hat sich die Debatte aufgrund der Angebotsexplosion und der inhaltlich wie technisch veränderten Aufbereitung und Vermittlung weiter zugespitzt. Aus Nutzersicht bieten Online-Angebote weitaus mehr Möglichkeiten der selektiven und damit auch stärker interessengeleiteten Nachrichtennutzung. In demokratietheoretischer Hinsicht werden die Folgen einer individualisierten Nutzung überwiegend negativ interpretiert: Aufgrund der Fragmentierung des Publikums, so die Annahme, steige die Desintegrationsgefahr. Neben der bewussten Selektion durch die Mediennutzer spielt mittlerweile auch die unbemerkte, technisch gesteuerte Vorauswahl eine wichtige und bislang größtenteils unerforschte Rolle. Informationsintermediäre wie Suchmaschinen, Nachrichtenaggregatoren und soziale Netzwerke schalten sich als Vermittler zwischen Angebot und Nutzer und lenken letztere unbewusst in ihrer Nachrichtenauswahl. Denn sie sammeln, strukturieren, gewichten bzw. aggregieren und steuern dadurch den Grad der Auffindbarkeit von Themen. Für die Nutzer willkommene Orientierungs- und Navigationshilfe, bergen sie neue Wirkungspotenziale, die durch algorithmenbasierte Gewichtungslogiken wie etwa die Personalisierung von Suchergebnissen zustande kommen. Obwohl die aktuelle Debatte um die gesellschaftliche Rolle von Intermediären fast ausschließlich kritisch geführt wird, fehlen klare Belege sowohl für negative als auch positive Auswirkungen.

Inwieweit die automatisierten Selektionsmechanismen Fragmentierungstendenzen verstärken oder abmildern, ist also offen. Diese Forschungslücke schließt das DFG-Projekt unter Leitung von Birgit Stark und unter Mitarbeit von Pascal Jürgens. Ziel der Studie ist es, den Einfluss der Gewichtungslogiken der Intermediäre einzeln und im Zusammenspiel auf den Fragmentierungsgrad des Publikums zu ermitteln. Der theoretische Beitrag liegt in einer netzwerktheoretischen Modellierung der individuellen Nachrichtenauswahl auf mehreren Analyseebenen, die den Einfluss der Intermediäre sichtbar macht. Den empirischen Kern des Projekts bildet eine innovative Methodenkombination: Mittels einer Inhaltsanalyse wird das publizistische Themenspektrum der wichtigsten deutschen Online-Nachrichtenangebote erhoben, und anhand von repräsentativen Tracking-Daten wird untersucht, inwieweit die Nutzer tatsächlich mit diesen Themen konfrontiert werden. Durch diese Methodenkombination liefert die Studie erstmals ein Bild der Angebots- und Nutzungsvielfalt bzw. -fragmentierung und kann eine realistische Einschätzung der vielfach diskutierten Filter Bubble vornehmen. Damit trägt es dazu bei, die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen algorithmenbasierter Informationsnutzung über Suchmaschinen oder soziale Netzwerke zu vermessen.


„Gefangen in der Echokammer?“ Birgit Stark präsentiert Projektergebnisse in Berlin

01.03.2017

Längst sind Informationsintermediäre wie Facebook und Google zu wichtigen Informationsquellen geworden und nehmen dadurch auch Einfluss auf politische Meinungsbildungsprozesse - unter anderem dadurch, dass ihre Algorithmen Informationen filtern, bewerten und personalisieren. Wie lassen sich damit verbundene Risiken hinreichend differenzieren? Wie verändert sich die Orientierungs- und Vermittlungsfunktion journalistischer Angebote? Welche Verantwortung haben die Anbieter von Intermediären? Und schließlich: Wie sollten soziale Netzwerke – auf nationaler, aber auch europäischer Ebene – angemessen reguliert werden?

Diesen Fragen widmet sich eine Veranstaltung der medienanstalten und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) am 8. März 2017 in Berlin unter dem Titel „Ganz meine Meinung? Politische Meinungsbildung in sozialen Netzwerken“. Als Expertin wird Birgit Stark dort zum Thema „Gefangen in der Echokammer? Politische Meinungsbildung auf Facebook“ referieren. Sie stellt dazu Ergebnisse aus dem aktuellen Projekt „Informationsintermediäre und ihr Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse“ am Lehr- und Forschungsbereich Medienkonvergenz vor.

Hier geht es zum Veranstaltungsprogramm.


"Campaigning in the Fourth Age of Political Communication" – neuer Zeitschriftenaufsatz erschienen

14.12.2016

Wie gestalten politische Parteien ihre Wahlkampagnen auf Facebook? Und welche Kampagnen-Idealtypen lassen sich dabei identifizieren? Diesen Fragen gehen Melanie Magin, Nicole Podschuweit, Jörg Haßler und Uta Rußmann in ihrem Aufsatz "Campaigning in the Fourth Age of Political Communication. A Multi-Method Study on the Use of Facebook by German and Austrian Parties in the 2013 National Election Campaigns" nach, der jetzt in Information, Communication & Society erschienen ist. Experteninterviews mit elf deutschen und österreichischen Parteien und eine Inhaltsanalyse von deren Facebook-Seiten zeigen, dass die neuen Möglichkeiten, die Facebook für Kampagnen bietet, von den meisten Parteien bisher noch kaum genutzt werden, was unter anderem durch die nationalen Rahmenbedingungen erklärbar ist.


Melanie Magin zum Vice Chair der Political Communication Section der ECREA gewählt

21.11.2016

Auf der 6. European Communication Conference vom 9.-12. November 2016 in Prag wurde Melanie Magin zum Vice Chair der Political Communication Section der ECREA (European Communication Research and Education Association) gewählt. Sie wird die Section in den kommencen zwei Jahren gemeinsam mit Andreas Schuck (Amsterdam; Chair) und Václav Štětka (Prag, Loughborough; Vice Chair) leiten. Die ECREA ist die größte europäische Fachgesellschaft in der Kommunikationswissenschaft. Ihre Political Communication Section hat über 600 Mitglieder.


Macht Facebook glücklich oder unglücklich? Befunde einer aktuellen Schülerbefragung in Rheinland-Pfalz

04.11.2016

mk_mmf_logo_rgb_transpDer Griff zum Smartphone bestimmt zunehmend unser gesellschaftliches und soziales Leben. Dies gilt insbesondere für die heutige Generation Kinder und Jugendlicher, die in einer hoch digitalisierten Welt aufwächst. Wieweit dies zum Nutzen oder Schaden für die Entwicklung der Generation der sog. »Digital Natives« ist, wird sehr kontrovers und emotional diskutiert.

Auf Grund der rasanten Entwicklung und Verbreitung der Digitalisierung ist unser Wissen um die konkreten Auswirkungen der Vernetztheit für die Entwicklung Jugendlicher begrenzt. Eltern, Erzieher und viele Jugendliche selbst fragen sich, wie ein entwicklungsförderlicher Umgang mit den modernen Medien gestaltet und negativen Auswirkungen vorgebeugt werden kann. Untersuchungen zu diesem Thema beschränken sich meist darauf, lediglich den Ist-Zustand der Mediennutzung abzubilden. In einer interdisziplinären Studie im Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz befragen wir erstmals ca. 1.800 Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz im Längsschnitt zu ihren Mediennutzungsgewohnheiten.

Die neuen Ergebnisse sollen dazu beitragen, wesentliche Wissenslücken zu schließen und die emotional geführte Debatte um die Perspektiven der Digital Natives zu versachlichen: Welche Kompetenzen entwickeln Jugendliche durch die Nutzung unterschiedlicher Internetangebote? Wie gehen Jugendliche mit der Herausforderung um, ständig online erreichbar und eingebunden zu sein? Wie wirken sich exzessive oder suchtartige Nutzungsmuster auf die Entwicklung Jugendlicher aus? Diese und weitere Fragen wollen wir am 24. November 2016 um 18 Uhr im Festsaal der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz diskutieren.

Veranstalter: Prof. Dr. Birgit Stark & Prof. Dr. Thorsten Faas

Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier.


Einladung zu Gastvorträgen zum Thema Medienpolitik

26.10.2016

Zu den zentralen Zielen der Medienpolitik zählt es, einen Rahmen für die Medien zu schaffen, in dem sie ihre gesellschaftlichen Funktionen erfüllen können. Im digitalen Zeitalter wird das jedoch zunehmend schwieriger, weil viele klassische Regulierungsinstrumente nicht mehr greifen. Dieses Spannungsfeld thematisiert die Lehrveranstaltung Medienpolitik von Melanie Magin und Birgit Stark. Zahlreiche GasteferentInnen aus Politik, Medien und Wissenschaft geben dabei Einblicke in verschiedene medienpolitische Bereiche. Die Veranstaltung findet immer mittwochs von 12 bis 14 Uhr im Hörsaal N1 (Muschel). Interessierte sind zu den Gastvorträgen herzlich willkommen:

16.11.2016
Medienpolitik: Aus der parlamentarischen Praxis und aktuelle Herausforderungen im digitalen Zeitalter
Tabea Rößner, MdB - Mainzer Bundestagsabgeordnete und medienpolitische
Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

30.11.2016
Journalism and Censorship – an Experience Report from Azerbaijan
Arzu Geybulla, freelance journalist, blogger and activist

07.12.2016
Die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Prof. Dr. Dieter Dörr, JGU Mainz

14.12.2016
Der deutsche Presserat – ein zahnloser Tiger?
Prof. Dr. Volker Wolff, JGU Mainz

21.12.2016
Medienpolitik in der Sowjetunion und Russland – von Gorbatschow bis Putin
Dr. Ignaz Lozo, ZDF

11.01.2017
Aktuelle medienpolitische und unternehmensstrategische Themen aus Sicht des ZDF
Dr. Lutz Köhler, MBR, ZDF

18.01.2017
Datenschutz und neue Medien
Prof. Dr. Matthias Bäcker, JGU Mainz

25.01.2017
Information in der offenen Gesellschaft – Treibstoff oder Sprengstoff?
Prof. Dr. Dieter Kugelmann, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz


"Werte und Normen als Sollensvorstellungen in der Kommunikationswissenschaft" – neuer Zeitschriftenaufsatz erschienen

05.10.2016

Unterschiedlichste Werte und Normen leiten die Forschung in der Kommunikationswissenschaft und zählen zu ihren zentralen Untersuchungsgegenständen. Davon zeugt auch die kommunikationswissenschaftliche Literatur, in der z.B. von journalistischer Objektivität, Partizipation oder Medienkompetenz die Rede ist. Doch wie lassen sich solche Werte und Normen darin systematisch identifizieren?

In ihrem Aufsatz "Werte und Normen als Sollensvorstellungen in der Kommunikationswissenschaft. Ein Operationalisierungsvorschlag", der nun in der Publizistik erschienen ist, stellen Arne Freya Zillich (Jena), Claudia Riesmeyer (München), Melanie Magin (Mainz), Kathrin Friederike Müller (Münster), Senta Pfaff-Rüdiger (München), Liane Rothenberger (Ilmenau) und Annika Sehl (Oxford) hierfür ein systematisches Analyseraster vor. Werte und Normen werden darin als Sollensvorstellungen operationalisiert, die entweder eine Situationsanalyse vornehmen und bewerten oder einen erstrebenswerten Zustand benennen. Das Analyseraster basiert auf der Arbeit des DFG-Netzwerks „Werte und Normen als Forschungsgegenstände und Leitbilder in der Kommunikationswissenschaft“.


Neues Forschungsprojekt: Informationsintermediäre und ihr Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse

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19.08.2016

Kooperation der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie, denn sie liefern Informationen und stellen verschiedene Standpunkte zu politischen Themen dar. Auf dieser Grundlage sollen sich die Bürger eine eigene, fundierte Meinung bilden und am demokratischen Willensbildungsprozess teilhaben können. Diese Vermittlungsleistung obliegt im digitalen Zeitalter nicht mehr ausschließlich den klassischen Medien, sondern auch Informationsintermediären wie Google und Facebook, deren Plattformen die Aufmerksamkeit der Bürger lenken. Ihre Bedeutung für die Meinungsbildung wird bislang überwiegend im Kontext der viel zitierten Filter Bubble diskutiert und ist empirisch aber noch kaum untersucht: Offen ist vor allem, ob und wie algorithmenbasierte Personalisierungslogiken zu einer verzerrten Vermittlung und Wahrnehmung von gesellschaftlich relevanten Themen führen.

Das Kooperationsprojekt will den Einfluss ermitteln, den Informationsintermediäre – insbesondere Facebook – auf Meinungsbildungsprozesse und Meinungsvielfalt nehmen. Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie stark Facebook die Themenwahrnehmung, Meinungsvermittlung und Meinungsbildung bei politischen Themen beeinflusst. Als mögliche Ursachen werden neben dem Informationsverhalten auch die Wahrnehmung des Meinungsklimas und die Bereitschaft erfasst, sich an politischen Diskussionen zu beteiligen.

Um die komplexen Wirkungszusammenhänge adäquat zu erfassen, arbeitet die Studie mit einem Mehr-Methoden-Design: eine Kombination aus quantitativen und qualitativen Erhebungen in Form einer Online-Tagebuchstudie, eines Tracking-Analysetools und einer Online-Community.
Die Ergebnisse der Studie liefern auch Erkenntnisse, wo medienpolitische Regulierungsmaßnahmen ansetzen könnten. Damit bereichern sie die aktuell sehr intensiv geführte Debatte über den Einfluss von Algorithmen auf die Gesellschaft und die medienethische Verantwortung der großen Internet-Konzerne.
Erste Ergebnisse werden Ende des Jahres vorliegen. Dem Forscherteam um Prof. Dr. Birgit Stark gehören Pascal Jürgens M.A. und Dr. Melanie Magin an.


Pascal Jürgens bei der Medienversammlung 2016 der LfM

07.07.2016

zum Thema "Von Meinungsmachern und Meinungsmacht im Internet" hielt Pascal Jürgens am 28. Juni 2016 einen Vortrag mit dem Titel "Die sanfte Verlockung der Einfachheit – Wie Suchmaschinen unser Weltbild prägen". Auf der Veranstaltung waren Experten, Medienpraktiker, Politiker und Bürger eingeladen, über den gesellschaftlichen Einfluss von Algorithmen und digitale Ethik zu diskutieren.

Suchmaschinen sind nicht nur essentielle Werkzeuge für die Informationssuche, sondern auch eines der wichtigsten Beispiele für den Einfluss von Algorithmen auf die Meinungsbildung. Das in der Forschung ausführlich behandelte Thema des Search Engine Bias gewinnt durch technische Weiterentwicklungen wie die Personalisierung und durch politische und rechtliche Trends (wie die zunehmende Einflussnahme auf Suchmaschinen durch Regierungen und Gerichtsurteile) zunehmend an Relevanz. Der Vortrag zeigte, dass die von Nutzern erwartete Neutralität von Suchmaschinen aufgrund von internen und externen Einflüssen nicht gewährleistet werden kann. Vielmehr steht die Gesellschaft vor der Herausforderung, transparente und rechtsstaatliche Prozesse zu gestalten, um nationale normative Maßstäbe für die Verantwortlichkeit von Suchmaschinen zu setzen.

Ein Tagungsbericht steht auf der Webseite der LfM zum Download bereit.


Spannende Gastvorträge in der Vorlesungsreihe "Medienkonvergenz: Wissenschaft trifft Praxis!"

10.05.2016

mk_vorlesungSS16_A5.inddAuch in diesem Jahr finden in der Vorlesungsreihe „Medienkonvergenz: Wissenschaft trifft Praxis!“ von
Prof. Dr. Birgit Stark wieder mehrere spannende Gastvorträge statt. Führungskräfte aus Medienunternehmen beleuchten die Gatekeeper-Rolle von Informationsintermediären wie Google, Facebook und YouTube aus unterschiedlichen Perspektiven: Dr. Patrick Proner (Google), Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung), Mirko Drotschmann (Journalist und YouTuber "MrWissen2go") und Stefanie Effner (Coca-Cola Deutschland).

Neue theoretische Modelle und zentrale empirische Befunde aus der interdisziplinären Schnittstellen-Forschung angrenzender Wissenschaftsbereiche (z.B. Medienökonomie, Medienpolitik und Journalismus) werden vorgestellt.

Die Vorlesungen finden mittwochs von 12-14 Uhr im Raum HS 20 (Jakob-Welder-Weg 11, 55128 Mainz) statt. Interessierte sind herzlich willkommen!


Zeitschriftenpreis der DGPuK für "Suchmaschinen auf dem Prüfstand"

02.04.2016

Für ihren Aufsatz „Suchmaschinen auf dem Prüfstand – eine vergleichende Inhaltsanalyse der Qualität von Trefferlisten“ wurden Melanie Magin, Miriam Steiner, Dominique Heinbach, Sarah Bosold, Alice Pieper, Eva-Maria Felka und Birgit Stark mit dem 2. Platz des Zeitschriftenpreises der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 2015 ausgezeichnet. Der Aufsatz ist in der Ausgabe 4/2015 der Zeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft erschienen. Der Preis wurde auf der diesjährigen Jahrestagung der DGPuK in Leipzig verliehen.

Suchmaschinen sind ein zentrales Werkzeug zur Erschließung des Internets. Ausgehend von der damit verbundenen gesellschaftlichen Verantwortung untersuchen die Autorinnen in dem Aufsatz, wie benutzerfreundlich, relevant, vielfältig und aktuell die Trefferlisten von fünf Suchmaschinen sind. Sie zeigen, dass Google hinsichtlich der Gattungsvielfalt zwar etwas hinter der Konkurrenz zurückbleibt, trotzdem aber insgesamt qualitativ hochwertigere Trefferlisten bietet als die Mitbewerber Bing, Ixquick, Lycos und Ask. Besonders bei der Benutzerfreundlichkeit schneidet Google gut ab, was zum Teil erklärt, warum die meisten Nutzer in Deutschland ausschließlich diese Suchmaschine nutzen.

Zeitschriftenpreis

Foto/©: swenreichhold Fotograf


Drei neue Aufsätze des Lehr- und Forschungsbereichs Medienkonvergenz erschienen

17.03.2016

Unter dem Titel „Verantwortung – Gerechtigkeit – Öffentlichkeit. Normative Perspektiven auf Kommunikation“ ist kürzlich der Tagungsband zur Jahrestagung der DGPuK 2015 in Darmstadt erschienen. Der Lehr- und Forschungsbereich Medienkonvergenz ist darin mit drei Beiträgen vertreten:

Werner-Verantwortung-9783867646529.inddAusgehend vom digitalen Wandel und den damit verbundenen krisenhaften Symptomen für etablierte Medien fordern Ralph Weiß, Melanie Magin, Uwe Hasebrink, Olaf Jandura, Josef Seethaler und Birgit Stark eine normativ begründete Standortbestimmung publizistischer Qualität. Sie plädieren für eine komparative Untersuchung publizistischer Qualität, um Aussagen darüber treffen zu können, unter welchen Rahmenbedingungen diese gewährleistet werden kann.

Philipp Weichselbaum beschäftigt sich mit Durchsetzungsformen politikjournalistischer Macht. Er geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen Politikjournalisten über Politiker Macht ausüben und politische Entscheidungen beeinflussen können. Der Argumentation liegt die Machttheorie des Soziologen Heinrich Popitz zugrunde. Der Beitrag schließt mit der These, dass journalistische Machtanwendung eine Freiheitsbegrenzung politischen Handelns ist.

Martin Krieg, Franziska Pröll und Melanie Magin untersuchen die Wertevermittlung durch Medien am Beispiel der Gedenktagsberichterstattung über Stauffenbergs Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944. Im Zehnjahresabstand vergleichen sie die Berichterstattung zu den Gedenktagen des Ereignisses mit Befragungsdaten zu Wissen der Bevölkerung über und Einstellungen zu dem Attentat und kommen zu dem Ergebnis, dass sich Medien- und Bevölkerungsagenda ähnlich entwickeln. Vor allem kurzfristig können die Medien den Wissensstand über das historische Ereignis verbessern.


Auszeichnung für Masterarbeit von Miriam Steiner

14.11.2015

Miriam Steiner wird im Rahmen der Absolventenverabschiedung vom Institut für Publizistik für ihre „herausragende Masterarbeit 2015“ ausgezeichnet. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung Facebooks als Nachrichtenquelle mit der publizistischen QualitIfP_Absolventenfeier2015_54ät und der Boulevardisierung der dort publizierten Nachrichteninhalte. Auf Basis einer quantitativen Inhaltsanalyse der vier reichweitenstärksten TV-Nachrichtenangebote tagesschau (ARD), heute (ZDF), RTL Aktuell und Sat.1 Nachrichten kontrastiert sie sowohl verschiedene Anbieterformen (öffentlich-rechtlich vs. privat) als auch die Verbreitungskanäle (Fernsehen vs. Facebook). Die Ergebnisse bestätigen zum einen die Qualitätsführerschaft der tagesschau im Fernsehen, liefern aber in Bezug auf Facebook auch überraschende Erkenntnisse.

Auf dem Bild zu sehen ist Miriam Steiner zusammen mit dem geschäftsführenden Leiter des Instituts für Publizistik, Prof. Christian Schemer.

Foto/©: Alexander Schulte


Spannende Gastvorträge zum Thema Medienpolitik

03.11.2015

Dieses Semester bieten Melanie Magin und Oliver Quiring eine Veranstaltung zum Thema Medienpolitik an. Zahlreiche GastreferentInnen verdeutlichen die gesellschaftliche und praktische Relevanz des Themas aus diversen medienpolitisch relevanten Bereichen, z.B. Dr. Lutz Köhler (ZDF), Heidi Schmidt (ARD Online/SWR), Dr. Tanjev Schultz (Süddeutsche Zeitung) und Arzu Geybullayeva (Freelance-Journalistin, Bloggerin und Aktivistin aus Aserbaidschan). Die Veranstaltung findet immer dienstags von 12 bis 14 Uhr im Audi Max in der Alten Mensa statt. Interessierte sind herzlich willkommen!

Hier geht es zum Veranstaltungsplan.


Lehr- und Forschungsbereich zu Gast bei den 7. IfkW Mediengesprächen

02.11.2015

Birgit Stark, Melanie Magin und Pascal Jürgens sind einer Einladung zu den 7. IfKW Mediengesprächen in München gefolgt. Zwei Tage lang ging es dort um das Thema „Priorisierung, Personalisierung, Partialisierung? Zum Stand der Forschung um Filter Bubbles und Echo Chambers“. In zwei Vorträgen stellten wir aktuelle Forschungsergebnisse unseres Lehr- und Forschungsbereichs vor:

  • Das Google-Paradox. Personalisierungseffekte bei Suchmaschinen.
  • Die Macht des Default. Der Einfluss der vorgegebenen Themenauswahl auf die Selektivität der Nutzer am Beispiel von Reddit.

Herzlichen Dank an Hans-Bernd Brosius und sein Team für die Einladung und allen TeilnehmerInnen für die spannenden Diskussionen!


Neuer Zeitschriftenaufsatz von Melanie Magin erschienen

10.10.2015IJPP_04_15

Unter dem Titel „Shades of Mediatization. Components of Media Logic in German and Austrian Elite Newspapers (1949–2009)” ist ein neuer Aufsatz von Melanie Magin im International Journal of Press/Politics erschienen. In einer länder- und zeitvergleichenden Inhaltsanalyse untersucht sie die Bedeutung der Medienlogik in der Wahlkampfberichterichterstattung deutscher und österreichischer Tageszeitungen. Sie kann zeigen, dass sich die Medienlogik aus drei Komponenten zusammensetzt, die aber entgegen häufigen Annahmen im Zeitverlauf nicht an Bedeutung gewonnen haben. Daraus leitet sie die Forderung ab, Medienlogik und Medialisierung künftig differenzierter zu betrachten und strukturellen Faktoren mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die den Medialisierungsprozess beschleunigen, verlangsamen, unterbrechen oder umkehren können.

 


Miriam Steiner erhält Paul Lazarsfeld-Stipendium

30.09.2015